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Brande derselben, da wo jetzt in der Schiffgaffe das Haus
Nr. 913 steht, welches auch jetzt noch die alle Schießstätte ge-
nannt wird — eine große Sckießstätte ni bauen angefangen
und im I. 1776 vollendet; allein sie mußlc der neu angc-'
legten unteren Vrücke und der von dieser weg durch sie ge-
brochenen Straße wegen im I. 1787 wieder ausgegeben wer-
den. Im I. 179ö bildete sich die bürgerliche Schützengescll-
schaft und erkaufte eine im Mün',grabcn gelegene Realität (Nr.
288), welche sie mittelst Acticn mit einem Kostenaufwandc
von 26,210 st. m einer Schiesistätte herstellte und am 4. Oc-
teber desselben Jahres eröffnete. Diese Anstalt hatte aber gleich
vom Anfange an mit mancherlei aus dem Schooße der Actio-
närc hervorgehenden Hinderniffcn ',u kämpfen. Im I. 1832
wurde die Gesellschaft neu rcgulirt und die Statuten mit ho-
her Gubernial-Verordnung vom 22. Mai 1833, Z. 7656, ge-
nehmiget. Es wurden 400 Actien crcirt, jedoch nur 300 aus»
gegeben, und mittelst derselben die gleich daneben liegende Rea-
lität (Nr. 287) angekauft und ü'r die Widmung einer Tchiesi-
siättc (die neue Schießstälte) nun öffentlichen Vergnügen ge-
geben. Leider verschwand unter den Mitgliedern in der Folge
die Freude am Scheibenschießen sein- bald, und das Haus wurde
größtcnlheils ;u anderen Zwecken benutzt. Im I. 1840 bildete
sich daher die Gesellschaft der Scheibcnschützen, welche nach be-
sonderen vom k. k. Gubcrninm mit liolicr Verordnung vom
14. Jänner 1841, Z. 217, genehmigten Statuten den Zweck
des Scheibenschießens verfolgt, die Schießstätte gegen geringe
Entschädigung benützt, durch Verwendung eines Antheils ihrer
Einlagen sich lum Mitglieds der früheren Gesellschaft gemacht
hat u»t die früder erwähnten Actien, nicht ohne Widerspruch
einiger wenigen störrigen Aktionäre, nach und nach an sich )u
bringen sucht. Das Hauptgebäude wird einstweilen als eine
Auehülfs-Kaserne für die k. k. Pioniers und ihre Schule be-
nutzt. Das zuerst genannte Gebäude, welches, obgleich längst
in andere Hände übergegangen, doch ncck immer ebenfalls die
alte Schießstälte genannt wird, enthalt im oberen Stockwerke
einen großen Saal, der ein Plascndgcmäldc von dein im I.
1827 verstorbenen Matt,. Schiffer hat.
Diese Vorstadt hat melire Gärten, die einst ob ihrer
Große und Vonüglichkeit allgemein bekannt und durch einige
Zeit auch von Einfluß auf den Aufschwung der Obstbauunuchc
waren, wie ;. V. der sogenannte Wiener-Garten (Nr. 303)
und der Garten Nr. 217, welcher in den ersten Iahrzehenden
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918