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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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1175) des Landes umgewandelt und an die Stelle der Lust- Haine, Fasanerien uud Thiergänen sind Aeckcr und Wiesen getreten, denen es Niemand ansieht, daß ihre Gründe einst der Lust und Ergötzlichkeit fürstlicher Personen gewidmet wa- ren. Ehe aber das Gebäude diese Bestimmung erhielt, wurde es auf einen Befehl der großen Kaiserin« Maria Theresia vom 22. Juni 1769 in ein Arbeitshaus umgestaltet, aus dem am Ende des letztverftossenen Jahrhunderts eine Kaserne und erst aus dieser ein Provinzial-Strafhaus wurde, nachdem es im I. 1794 zur Unterbringung der ersten französischen Kriegs- gefangenen, welche am 5. und 12. Mär^ hier eintrafen, war verwendet worden. Tiefes Haus hat eine eigene, dem heil. Thomas geweihte Kapelle, deren 'Altarblatt aus der auf dein Schloßbergc zerstörten Thcmaskirche herrühren soll. Ihm zunächst befindet sich eine Kaserne (Nr. 1174) für eine Abthcilung des Fuhrwesens. Ihr benachbart, aber gegenüber jenseit des Mühlganges liegen das Gasthaus ;um Tornschneider (Nr. 1108), die Stübinger'schen Anla- gen (Nr. 1153 u. 1154), eine große Mahlmühle (Nr. 1173), eine Tuchwalke, Badeanstalt u. dgl. m. An der Triester-Commenial-Haupt- und Poststraße sind noch zu bemerken: der Pfarrhcf und dic Kirche zur heil. Dreifaltigkeit, davon der erstere, so klein er auch ist, dennoch ein Kloster der Trinitarier war. Diese kamen erst im I. 1742 nach Grätz; am ü. October 1773 hielt ihr Pa- ter Nedemptcr mit 93 aus der türkischen Sklaverei befreiten Christen in Grätz seinen Einzug. Unter den Gefangenen be- fand sich ein 1N4jähriger Greis aus Grauada in Spanien. Im I. 1783 wurde der Orden aufgehoben uud zwei Jahre darauf in dem Hause eine Pfarre gegründet. Das Kirchlein ist klein, aber niedlich. Es hat am Hoch- altar eine heil. Dreifaltigkeit von A. Weißkircher, ein gutes Bild, das aber in früheren Zeiten schon durch Nestauratien gelitten hat. Auf dem Seitenaltar ist eine heil. Jungfrau, deren Händen StraMeu cntquillen, von I. Wonsidler; von demselben Maler ist auch Christus mit dem entblößten Herzen an der Vrust. Das beste Bild ist eine Grablegung des Herrn aus der älteren Florentinischen Schule Oielleicht^von Sas,»i- beni), ein Vermächiniß des verstorbenen Gallcric-Tirectors I. Start. Die Johannes-Statue der an der Brücke über den Mühl- gang stehenden Kapelle ist von dem Bildhauer Scheu.
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Title
Grätz
Subtitle
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Author
Gustav Schreiner
Publisher
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Location
Graz
Date
1843
Language
German
License
PD
Size
11.55 x 20.25 cm
Pages
638
Keywords
Graz, Steiermark, Stadt
Categories
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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