Page - 310 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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befremden, "da eine so große Prävalen, der N'eiblichen Ve-
völkerung Statt findet, und dier nur vom Eivile die i>cede ist.
Vergleickl man die verschiedenen Stadtll'eile in Ve;ug
auf Mortalität, so ergibt sich nach Abzug der in den öffent-
lichen Heil- und Versorgungs-Anstaltcn Verstorbenen: in der
innern Stadt ein Todesfall ans l>0 Vewodncr; in den Vor-
städten am linken Murnfer, Harmodorf eingerechnet, Einer
auf -56; in der Mur Vorstadt aber Einer auf 42. In den
Vorstädten ist mittun die Sterblichkeit ungleich bedeutender,
als in der innern Stadt, in der weniger Arme wohnen. Dieß
liefert einen neuen '^eleg, daß die Armutl,, von der schlechte
Wohnung, schlechte ^'alnung, dürftige ^lcidung und Nnrein-
lichkeit fast unzertrennlich sind, eine größere Mortalität bedinge.
Die Zahl der in Spitälern Verstorbenen, die daher in
dieser Berechnung nicht inbegriffen sind, verhält sich zu jener
der Uebrigen wie 1:1,-!?, oder uugefäl'r wie 2:3.
Iluter der ganzen Suinnie von 18,427 vom Civile und
Militär, die während des Zeitraumes von I^lN— 1841 >»l'!.
starben, hatten 156 durch eine gewaltsame Todeöart geendet.
Vci 52 davon war der verübte Selbstmord außer Zweifel ge-
setzt'); ermordet wurden 6 Männer und 1 Weib. Tic übri-
gen 97 waren Zufällig verunglückt"). Im Ganzen starb da-
Yer unter 1l>> Einer eines gewaltsamen Todes, und im Ver-
l)ältniß zur Bevölkerung der 294l)ste. So wie in andern Städ-
ten, hat auch in Grätz der Hang nim Selbstmorde nigenom-
men. In einer frül,ern Periode von 1520 — 183(1 incl.
fielen nur 23 Selbstmorde vor, jährlich 2, von 1831 — 1«41
aber 4^, jährlich 4. Von lehtern 48 Selbstmorden kamen 18
beim Militär, 3l) beim Civilc vor, beide verdieltcn sich also
wie 3:5. Vei jenem, das im Durchschnitte 4!)W Mann be-
trug, zählte man also 1 Selbstmord auf 2445 Mann, beim
Civile 1 auf 15,400. Die geringe Zunahme des Militärs,
bei dem verhälinißmäßig ungleich mehr Selbstmorde vorfallen,
reicht jedoch nickt hin, ihre von 1831—1841 bis auf» Dop-
pelte gestiegene ^rc.juen; m erklären.
») l5 hatten sich durch Erschieß,-», il durch Erhangen, , »urch Stich- odcr
Scknttnrimdl'n. i durch Ver>i,,tuug gctodl»!, « hatlcn s,ch ersauili
unicr Allc,i dclandcn >,ch l Wcwcr,
«) «6 waren crlrimkcn, >, starben durch V^lirenin,,,,,, 3 »urch zufäll,qe
VcrqtNu,,^, >I durch em>>i 5all, ü wurden eidruclt, « ourch <ufall,>,e
Verwundunq, 3 durch U,I>er>a!>re„ qelolüci, > wurde uo,n V!>>; er-
schlagen, Unler de» 3, Verunglückte,, waren «i HNauner uni> «» Ä?e,-
ter, !U)ahrsche!n!!ck durften von den ,^« Todebfallen ourch Erlc,nlen
»och cin,gc in r,e Reihe der Selbstmorde gehören.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918