Page - 315 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Bei den ehelichen Geburten treffen hier auf 100 Mädchen
nur l«2 Kuaben, bei ton unehelichen aber 106.
Mit der großen Menge unehelicher Kinder stimmt auch
die bedeutende Zahl der Tcdtgeboruen überein. Nach ?lb-
zug der Nothgetaufte», mithin der Kinder, die einige Stun-
den nach der Geburt lebten, ;ählt man auf 20,5 Kinder ein
tcdtgebornes, und ;war in Bcnig auf beide (geschleckter ist
das 19ic ein Knabe, das 9'.'te ein Matchen >). Auf 6-i (Ge-
burten kömmt ferner eine Zwillingsgeburt.
Fassen wir die erhaltenen Resultate über die Viostatik
von Grätz in 5kür>e zusammen, so finden wir eine geringe
Mortalität, aber auck eine mäßige Fruchtbarkeit der Ehen und
im Vergleiche ;ur Population eine nickt bedeutende ^M '.'cn
(Geburten. Auch in Grätz ist die Zalil, der Trauungen im
Vergleiche mit frühern Zeiten in Abnahme und jene der un-
ehelicken Kinder im Steigen. Da sich endlich Geburten uud
Todesfälle das Gleichgewicht halten, so wäre an eine fortschrei-
tende Zunalnne der Population nicht m denken, wenn nickt
ein bedeutender Zuwacks an Fremden und eine Verün'hruua,
der Einheimischen durch Niederlassung günstig eimrirtte.
ll. Gesundheitswesen.
8. K.
Körperliche Bcschaffcnhcit der Bewohner.
Nirgends ist das eigeuthümlicke Gepräge, das die Be-
wohner mancher Proviinen auszeichnet, so wenig ;u unter-
scheiden, als in den Hauptstädten. Durch die Vermischung mit
Fremden, von deren Frequenz jede Ccnscriptiouslistc Beweise
liefert, wird die National-Physiognomie allmählig unkennt-
lich und der ursprüngliche T'.'pus verändert. In Grätz wird
diese Beobachtung um so mehr bestätigt, da sckon die Bevöl-
kerung Eieicrmarks au sich aus Deutschen und Slawen bestellt,
gleichsam aus zwei Elementen, die in der Hauptstadt ihren
Veremigungspunct finden. So wie sie in ihrer Lage uud ihrem
Klima die Eigenthümlichteiten der nördlichen und südlichen
Kreise in sich «.'ersckmiltt, so kann auch der Bewohner iu sei-
ner äußern Struktur die Verwandtschaft mit dem Ober- und
!) Da die übrigen llnqabcn über lie Todtqcl'ornen in Wrätz sekr val,ircn.
!o wurde chre 3rcqi,c»j u,un>lte>!>>>r >mi den Non^nallistc» lerselden
vcrcchncl.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918