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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Page - 317 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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3 l 7 8 «. Herrschende Krankheiten ' ) . Die in Grätz herrschenden Krankheiten entspringen größ- tenthcils aus ienem stationären Charakter, der beinahe in ga»n Europa auf ahnliä'e Weise sich kund gibt. Seit ungefähr 15 Jahren haben Entzündungen an Freque»; und Intensität ab- genommen, und gastrische nervöse Krankheiten sammt deui Heere ihrer Nachübel gewannen die Oberhand. Daß aber jene gefährlichen Formen, die dem nervösen Charakter eigen sind, während der letzten 12 Jahre in Grätz nicht epidemisch auf- traten, wie in den meisten Hauptstädten der Monarchie, ver- dankt es seiner Lage, seinem Klima und wcl auch der Vrr- theilung seiner Einwohner auf ein verhällnißmäßig weites Terrain. Nickt so gunstig lauten ;war die Berichte darüber aus fruhern Jahrhunderten. Zahlreiche Mißjahre, Hungcrs- nöthen, verheerende Einfälle benachbarter Völker u. s. w. wa- ren eine reiche Quelle von Epidemien, denen eine mangelhafte Sanitälspficgc nur schwache Gräinen setzte, besonders werden die Jahre 134«, 13^2, 13«6, 1542,'1560, 1572, 1606, 1634, 1644, 165<0 und 1714, in denen die orientalische Pest hier wüthete, in den Annale» von Grätz stets eine traurige Stelle einnehmen. Die bösartigen Seuchen, die nach den Chro- niken in den Jahren 1310, 1447, 1474, 1674 u. a. herrsch- ten, scheinen melir tt'phcfe nnd 'Auoschlagsficber, als U'irtliche Pest gewesen zu sein. In den letzten Kriegsjalnen endlich wurde auch Grätz von den furchtbaren Typhus-Epidemien nicht ver- schont. Dagegen blieb die orientalische Cholera mehr durch ihren Namen, als durch wirklichen Ausbruch furchtbar, da sie sich eben so wenig ;u> Epidemie steigerte, als die t'.'phö''cn Fieber des letzten Tecenuiums. Noch am zahlreichsten, doch nur spo- radisch erscheint der Abdominaltuphus, weit seltener der Petechial- t>.'phus und das Faulfieber. Die letzte Tvphus - Epidemie im ^ruckertreise, die sich bis tief ins Murthal herabzog, begräntte sich in der Nähe des Marktes Frohnleiten, einige Meilen von Grätz. Im Ganzen stirbt ungefähr der 25le am Nervenfieder. Am meisten spricht sich der nervöse Charakter mit bescn- derer Affection des Unterleibs-Nervensystems durch das zahl- >) Ucbcr dl,isclbcn <8c^,'»!tand sii'bc mcmc Abhandlung in len ni>l Iabr- duckcrn, I, iu,,, ^cl,ruar- und Mar;!,,,! Nur ,st,cn>r Aun,'>! ,'us- schüclicni n,r ll>rile gesi>>r>rl>cn, uni> auf V>t Vc^dachtungen von >lncm kleineren ßnclu» o»n Jahren begründet,
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Title
Grätz
Subtitle
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Author
Gustav Schreiner
Publisher
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Location
Graz
Date
1843
Language
German
License
PD
Size
11.55 x 20.25 cm
Pages
638
Keywords
Graz, Steiermark, Stadt
Categories
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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