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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Page - 331 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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331 Dürftigkeit dem Viertclineister zu, an den sich daber der Kranke vor Allein zu N'cnden hat. Ist bei armen Kranken chirurgische Hülfe nöthig, so ist jeder, Wundarzt verbunden, sie auf Anweisung des Phosikns ;u leisten. Unentgeltliche Vader werden ihnen im Siechen- liause verabfolgt. Für Veischaffung anderer nollnrendiger Ge- räthe, als: Krücken, Bruchbänder u.dgl. hat der Viertelmei- stcr Sorge ui tragen. So woblthäiig die Aufstellung bcstinnnter Armenärzte für den dürftigen Kranken ist, so hindert sie ihn doch ande- rerseits, sich einen beliebigen Ant zu wählen; denn jeder ist uvar durch seinen Eid verpflichtet, il,n unentgcldlich zu be- bandeln, aber nur das Necept des bestinnnten Avinenvl'üsikers '.'erschafft ihm den unentgeldlichen Ve^ug der V>edicamc»te. Außer der Behandlung der kranken Armen liegt noch die Ausübung der medicinischen Polizei und der Kuh- pocken-Impfung im Bereiche des Ph'.'situs. Letztere wird außerdem von dem Gerichtc-wundartte und >.'on den meisten Privatärzten und Clürurgen '.'crgencinün'». Im Jahre 1^41, aus welchem die Impfrapporte sammtlicher Aerzte vorliegen, wurden ungefähr 530 Kinder vaccinirt. Selbst angenommen, daß vielleicht die Angaben einzelner Impfa'rtte zu gering er- scheinen, dürfte die Zabl der Impflinge 60» >ücht überschrei- ten. Da aber ial'rlich ausier dem Oiebärl'ausc allein 11 (!(> Ge- burten erfolgen, so würden sich die Paccinn'tcn ;u den Ilngc- impften wie 1: 1,^ »erhalten. Ein solches Ätiß'.'erhältniß rül'- rct daher, daß der gemeine Mann nicht nur aus Vorurlheil, sondern oft aus einer Art Indolenz es vorzieht, sein Kind der Gefahr der Vlatternkrankheit ausuü'etzen, als dnrch die Im- pfung zu schützen. Die Vaccinaticn wäre daher wol durch Impfprämicn, wie man sie in einigen Städten an die Müt- ter der Vcrimpflinge zu erthcilen pflegt, zu befördern. Die Einrichtung von Armenärzten hat Grätz mit den meisten Städten gemein. Taß aber ein eigener Augen-, Zahnarzt und ein Geburtölielfcr ^) ausgestellt sind, wel- che die specicllen Zweige der Heilkunde, die sie betreiben, bei Armen unentgeltlich ausüben, ist ein Verdienst der Herren Stände, denen das geistige und materielle Wohl Steiermark« von jeher am Herzen lag. >) D" Augenarzt unl Gcburtskflfl'!' beziehen ielcr einc» GehaK vo» :>>» st, 5 L. AI , dcr Zahnarzt >st unlicsoli'^t. U
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Title
Grätz
Subtitle
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Author
Gustav Schreiner
Publisher
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Location
Graz
Date
1843
Language
German
License
PD
Size
11.55 x 20.25 cm
Pages
638
Keywords
Graz, Steiermark, Stadt
Categories
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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