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zeit aus einer lodcncn oder wollenen Tecke. Eine über dem
Bette hängende Kopftafcl von Eisenblech bezeichnet den Fla-
men der Krankheit, die '.'crordncte Diät, der beigefügte Auf-
nahmszcltcl das Nationale des Krauten. Die meisten Säle
sind mit einem bequemen Lehustuhlc, mit Waschkästchen und
mit Wanduhren '.'ersehen. Bei einigen Zimmern wären auch
Vorlhüren und eine größere Anzahl Bettsckirine sehr wünsckens-
wcrth, u>n die der Tl'ürc uinächst liegenden Kranken vor Zug-
luft zu fauchen. Ucbrigens ist in den letzten Jahren für Ver-
besserung der Mobilien, der Wäsche, des BetNcugs und für
Reinlichkeit und Verschönerung der Localitätcn sehr viel ge-
schehen. Nachts werden die Säle durch Glaslampen erleuch-
tet; ;u ihrer Beheizung wird durchgehend» Hol; verwendet.
Im Jahre 1^40 betrugen die Auelagen für das Beheitzungs-
Malerial 1841 fi., für Beleuchtung aber 591 st. C. M.
T>ie Kranken werden sowol nach Art ihrer Krankheit, als
nach ihrem (Heschlcchtc und den verschiedenen Zalilungsclassen
geordnet. In erster Veuehnng werden sie in fünf Adtbeilun-
gcn untcrgedracht: :>» in die uiedicinische, !i) die chirurgische,
<^) die ü'pliilitische, <!) die der Kräyigcn, o> der slugentran-
ten. Alle Liese Abteilungen cnthiellen bisher im Ganzen in
1ü Sälen mit tt — 20 Bellen und in 8 kleineren Zimmern
190 Veiten für Erwachsene und 12 für augentranke Kinder ').
Mit der Abheilung für Augenkrante ist ein Ambulatorium
verbunden, in dein iadrliäi gegen 5>M! behandelt »rerden. Ge-
genwärtig hat man jedoch die cph!hal»ualr>sche Ablheilung in
das alte Siechenhaus verlegt, um ihre bisherige Lokalität für
slminen und Findlinge ;u benutzen.
Wiewcl noch zwei andere ßi'.'ilspiläier in Gräl; bestehen,
so ist die erwähnte Zahl >.'0n disponiblen Venen für Kranke
im Verhäünisse <ur Bevölkerung nicht genügend. Nicht nur
daß die Aufnahme mancher Kranken dadurch verzögert wird,
und es an Neservcmnmern für dringende Fälle mangelt, so
besteht auch für Blatternkrante z. B. kein eigenes ^ocalc. Das
große allgemeine Krankenhaus in Wien hat einen Belcgraum
für nicht weniger als 22!4 Kranke, oder im Vcrhaliniffe mr
Bevölkerung (diese zu 350,«!)9 Seelen angenommen) wie
1:158, das Grätzer-Krautcnhaus aber wie 1:221").
») Untsr »,c piii 6e»»!!!!,^ für Gr«tz gehöre auch d>e l»rr,ch!u»g
:) Auch dles>'m Krantenliausc ss,'!'! laher c>ne Erwe,lcrung sclncr l«c>!l,la-
>c» ^urch l,ncn Zudau bl»^r.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918