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Der practische Unterricht in der Geburtshülfe wird durch
zwei Monate, und 'war den Candidaten der Chirurgie erst
nach Ablegung der ersten strengen Prüfung crthcilt.
Zu den außerordentlichen Vorlesungen gehören die popu-
lären über Rettung der Scheintodten im ersten Semester, über
Krankenpflege im Zweiten Semester, beide an Sonn- und
Feiertagen j über Diätetik, gehalten von Dr. Karl Maly, wö-
chentlich zweimal im Nniversitäts - Gebäude.
Das Locale der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt be-
findet sich im allgemeinen Krankenhausc, und begreift außer
den Hörsälen ein chemisches Laboratorium, eine Bibliothek, die
durch den Verdienstvollen Professor der Chirurgie und tais. Äatl),
Dr. Komm, im I. I8Z0 begründet wurde; ferners in dem frei-
stehenden Schulgebäudc ein anatomisches und pathologisches
Cabinct, das besonders in Aemg auf Knochen - Krankheiten
werlhvolle Präparate besitzt, mit einer Sammlung chirurgi-
scher Instrumente.
Der botanische Garten ist auf der südlichen Bastion an-
gelegt , und schließt sich an den hintern Thcil des Garten-
rauines an.
Die Zahl der Schüler in allen Jahrgängen betrug im
Schuljahre 1842: 142 Candidaten der Chirurgie und 1«
Hebammen.
Um die Bildung geschickter Sanitäts-Individuen m be-
fördern, haben auch die Herren Stände von Steiermark ihre
Freigebigkeit nicht '.'erläugnet. Sie trugen zur Erweiterung
des medicinischen Studiums bei, indem sie die Gehalte für
die neu creirtcn Professoren der (5birurgie und Peierinärkun-
de auf ilire Kasse übernahmen. Im I. 181Z gründeten sie
zwei sogenannte Operateurs - Stipendien, jedes mit 30!) st.
C. M. für stciermärkische Zöglinge am Operations-Institute
in Wien; im I. 1825 wurde zwar eines davon eingebogen,
aber dafür zwei, jedes mit 300 fi. V. M. an Kandidaten der
Medicin verliehen, denen sie nach Vollendung der Studien-
jahre auch die Taren für die strengen Prüfungen befahlen.
Im Jahre 184l fügten die Stände abermals zwei Stipen-
dien, jedes mit 200 st. für Curschmiedc und Thierärzte hln-
'»; seit vielen Ialnen aber wird eine Summe von 500 fi.
C. M. ;ur Unterstützung dürftiger Schülerinnen der Gcburls-
hülfe verwendet.
Eine nähere Erwähnung unter den medicinischen Vil-
dungsanstalten verdient noch das stand. Thicrarznei-In-
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918