Page - 429 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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stitut (Nr. 190 in der Froschaugasse), das die Herren Stan-
de unter dem Namen Hufbeschlags-Lehranstalt gründeten. Es
wurde am 1. Mai 1«42 als Beschlag- und Heilanstalt, als
Heil-Institut aber am 4. Octcbcr 1842 eröffnet. Seine Be-
stimmung lielt dabin, taugliche Veschlagsschmiede zu bilden,
die zugleich die uncntbelirlicksten Kenntnisse in der Veterinär-
lunde besitzen, um im Noihfalle den Mangel hoher gebildeter
Thicrarztc ,u ersetzen.
Die Localität besteht aus zwei von einander getrennten,
einstöckigen Hausern, zwei Nebengebäuden, einem großen Hof-
raume nnd Garten. Das vordere Gebäude begreift einen ge-
räumigen Hörsaal, eine Apotlieke, ein Laboratorium, ein ana-
tomisches Cabinet und die Wolinung des Vorstehers; im zwei-
ten Haust befindet sich eine Vcschlagsbrückc, eine Schmiede
mit zwei Feuern und drei Stallungen; im eisten Stocke die
Wohnung des Leln-schmicdes.
Man vcrmistt jedoch cincn abgesonderten Hundestall, da
der bisherige ni einem andern Zwecke benutzt wird, und eine
Stallung für Rinder.
Der Unterricht über Vcterinärkunde wird von dem je-
weiligen Professor der Seuchenlcbre an der Universität, der
als Vorsteher der Anstalt einen Gebalt von 4»>0 ft. C. M.
begebt, und dein Landes-Tbicrartte täglich durch fünf Stun-
den ertheilt; jener an der Bcschlagbrücke kömmt dem Lchr-
schmicde zu. Der gan;c Lchrcurs dauert ein Jahr.
Als ordentliche Schüler werden nur gelernte Schmiede
aufgenommen, die nach Ableguug ciuer strengen theoretischen
und practisäien Prüfung das Vcfugniß zum Antritte eines
bürgerlichen Schmicdcgewcrbes erhalten.
In Betreff der aufninehmendcn Thierc wird nicht nur
Zugvieh zum Beschläge, sondern auch krauke Hausthiere aller
Art zur arztlichen Behandlung, gerichtlicher Nntcrsuchung oder
zur polizeilichen Beobachtung angenommen >).
Zu den Sehenswürdigtciten der t. k. Universität gehören:
n) Das physikalische Cabinct. Dieses befindet sich
im Nnivcrfiläts-Gebäude im zweiten Stocke unmittelbar neben
dem Hörsaale der Pl'vsik und mit demselben in Verbindung.
Diese Sammlung enthält über tausend Stücke, theils Instru-
mente, lhcils pl,>.'silalisch-chemische Apparate, welche nicht bloß
<) D>c U»r- und VerpNi'gstarc bcträqt »üblich pr, ^tück ?<> lr , , ^ic Vc-
schlaqslarc für ein 9lr>lpfcri>c,sen >>fr ; für em !c,chlcs l l l l i
c,sc» »5 t r , für nn schw,rc« l« kr. <Z. M.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918