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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Page - 493 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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-—^-^ —^ 4 9 3 sänftigt, als Schrottcnbach versicherte, daß wol schwerlich ein Anderer eben so lhcure Hosen anhaben könne, indem sie ihm 100 Dukaten kosteten. Vom I. 16N7 an kam Gösting mit mehren andern Gü- tern zu dem neu errichteten Fürstenthume Eggenberg, bis im I. 1707 der Fürst Johann Seufried dasselbe an die Familie Attcms '.'erkaufte, in deren Besitz Gösting noch dermalen ist. Erst am Anfange des XVIII. Jahrhunderts wurde am Fuße des Berges der größeren Bequemlichkeit wegen das neue Schloß Gösting gebaut und die alte Vurg nach und nach ver- lassen; ietzt wird dieselbe der hübschen Fernsicht wegen noch häufig besucht, die auch an der nicht ferne davon erbauten Cholcrakapelle lohnend ist. Ein Fahrweg schlängelt sich vom östlichen Fuße des Vcr- ges allmählig hinan, und führt an Weinbergen, Bauernhöfen u. s. w. vorüber, bis man den Wald betritt, der sich über den Nucken des Berges hinzieht und die ganze nördliche Seite desselben bedeckt. Auf dem nackten mit Flechten bemalten Felsen eines grauwackenartigcn Sandsteins steht die früher geräumige, ietzt durch Benützung des Baumaterials bis auf ein Paar Thürme und wenige Gemäuer in Schutt versunkene Burg. Einge- stürzte Gewölbe, bemooste Wände und öde Fensterräume, durch die man in die schauerliche Tiefe hinabblickt, ist alles, was sich von ihrer früheren Größe noch erhalten hat. Verwischte Wandgemälde deuten noch den iDrt der ehemaligen St. Amia- kapelle an. Die uralten Stiftungen sind auf die gleichnamige Kapelle in Neu-Gösting übertragen worden. Wenige Schritte von der Burg ragt fast eben so hoch ein Kalkfelsen empor, der schroff nach der Nordseite und dem Strome abstürzt, ließ ist der Iungfcrnsprung; ein kaum merklicher, für Ungeübte auch etwas gefährlicher Fußpfad führt n> seinem äußersten Rand hinan. Hier überblickt man die letzten Krümmungen der Mur und der Straßcnzüge in dem beengten Felscnlhale, bcgränzt von dem herrlichen Gcbirgspanorama der obcrstciri- schcn Alpen. Schön, aber auch ernst ist diese Stelle; kein Laut, als das dumpfe tauschen des Stromes unterbricht die feierliche Stille. Aus den Felsenritzen sprossen liedliche Auri- kcl und andere schöne Blümchen "), einst mit der unglücklichen Jungfrau Herzblut befeuchtet. U!l»nll»ug plun,ZrlU5, Lcor»oncr» »uztriaca U. s. W.
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Title
Grätz
Subtitle
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Author
Gustav Schreiner
Publisher
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Location
Graz
Date
1843
Language
German
License
PD
Size
11.55 x 20.25 cm
Pages
638
Keywords
Graz, Steiermark, Stadt
Categories
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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