Page - 495 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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der Ruine kommt. Die gamc Breite des Tlialcs nelnnen nun
schilsumsäumtc ausgedehnte Teiche ein und der Pfad muß
mühsam den Abhang des Berges erklimmen. Selbst im hell-
sten Sonnenglaine herrscht hier ein wchlthucndcs gcheimuiß-
volles Dunkel.
Die Ruinen von Thalburg sind so gam unter hochstäm-
migen Fichten verborgen, daß man sie erst in der Nahe ent-
deckt. Nicht imposant stellen sie sich noch ziemlich ausgedehnt
dar, und sind wenigstens von der Seite der Schlucht schwerer
zugänglich. Nur ein verfallener Tl,ur,n und wenige Mauern
von Waldreben umstrickt zeigen die eliemalige Ausdehnung
dieser Vcstc; über den Schutt hat der nahe Wald schon sieg-
reich sein Panier gepstantt.
So vcrgeh'n des Lebens Herrlichkeiten,
So entfleucht das Traumbild eitler Macht,
S° versinkt im schnellen Lauf der Zcittn,
Was die Erde trägt, in öde Nacht.
Schwermulhsvcll blicken die Trümmer von Gösting auf
das öde Gemäuer der Tl'alburg heruieder. Gin gleiches Schick-
sal hat die ohne Zweifel oft befreundeten Bürgen, die ein
unterirdischer Gang in Verbindung gesetzt haben scll, getroffen.
Jetzt stehen einige Häufer uud eine Kirche zum heil. Jakob
nicht unfern von der Ruine.
Weiter nach Westen liegt am Rande eines etwas erha-
benen Kcffclthalcs das nicht bedeutende Schloß ^berthal, wel-
ches erneuert und mit Partanlagen versehen, einen sehr an-
genehmen Sommeraufcnthalt gewährt. Ein Fußweg von Thal
nach Grätz führt über den Gaisberg nach Vayerdorf und so
fort durch die Ebene. Man wandelt von der Ruine abwärts
an einem großen Teiche vorüber. Bald erhebt sich der Weg
im Schatten des Waldes und führt gan; allmählig bis ;ur
Einsattlung des Gebirgsrückens, den man Gaisberg nennt.
Etwas rechts vom Ilebergangspunctc, den eine Christusstatuc
bezeichnet, liegt am steilen Bcrgabhange ein Bauernhaus, von
dem aus eine der schönsten Ansichten der Stadt Grätz und
der gleichnamigen Edene das Auge ergötzt. Gegenüber haben
Steinmetze seit wenigen Iadren schon ein gewaltiges Stück
des Berges ausgeschloffen und weggeräumt.
Nach der Ostseite zu fällt der Weg steiler ab, auch ist
hier der Schatten sparsamer. Nur eine einzige, durch Röhren
abgeleitete Quelle von 8,5" k. cutquillt diesem wasserarmen
Kalkgebirge. Nicht viel tiefer liegt am Fuße des Verges
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918