Page - 498 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Schon lange, bevor hier solche Gott geweihte Henen eine
Nubestälie fanden, batle diese Stelle aus der Bülme der Welt-
creignisse eine Bedeutung gehabt. Anban und Bcwcl'nung des
Thals von Nein und Gradwcin geboren dem ältesten Alter-
thum und der römischen Zeit an. Ter Altertumsforscher fin-
det thcils im Stifte und in drr nahe liegenden Taferne vier
plastische Nömcrsteine, ;wei mit Gebilden in der Toga, einen
mit dem Bilde eines Todcsgenius mit gesenkter Fackel nnd
einen mit Prustbildern eines Mannes und Weibes.
Hier vorüber wanderten die Nömer auf uralten Saum-
wegen hinauf zu den Höben der Kleinalpc an der cetischen
Bergkette. Aus den Trümmern der römischen Gebändc ent-
stand auf einer Erhöbung binier der Abtei eine (fdelfcste Nun,
Nuen, Nune (Nun<>) genannt, erbaut von einein einheimi-
schen Edelgeschlechte, dessen Ursprung weit in das X. Jahr-
hundert zurückreicht, und an die Salzburger-Urkunden um
die Zeit 1041 bis 1060 als reiche Saalhcrren an der Sulm,
Lasnntz, zu Algerstätten bei Grätz, Peggan und Nein, Eppo
und Waldo anzureiben ist. Auch trug dieses Geschlecht die
Gaugrafenwürdc im Nungaue oder Neingaue, welcher im Tyale
der Mur und in den Seitcntbälern zwischen dem Mür;lhal-
Leoben- und ssraubatbgaue im Norden und Nordosten, und
dem Hengstgauc im Süden gelegen war.
Eine feste Burg, deren Trümmer noch heule zu sehe»,
war der Stammsitz der Grafen von Nuen. Nil Graf Valto
von Nuen (>Vl>It cume« lle lilllNÄ, coinoz ^Vul'lo in Vllül!
Ku,,.-,) starb dieses Geschlecht gegen das Jahr 1120 aus, und
seine Alcden gingen an das stammverwandte Geschlecht der
stcirischen Landesmarkgrasen aus dem Stamme der Traungauer
von Steuer über, mit Aufnahme (der Sage nach) der Stamm-
burg Nucn und der dazu gehörigen Saalgründe, ans welchen
ein Cistercicnser-Stift gegründet werden sollte. Auf der Nuen-
burg selbst scheint sich jedoch noch lange fort ein eigenes Edel-
geschlecht (von dem in Admonter-Urkunden Adalbcrt von Nuen
im I. 1150 gelesen wird) in Lcbcnobesitz erhalten ni haben.
Schon in den ersten Jahren nach Graf Waldo'o Tode
begann Markgraf Leopold I. den Vau der Abtei nächst der
Nuenburg und hatte sie bis zum Jahre 1128 so weit ucllen-
del, daß er eine Pricstergemeinde von 12 ssistercicnsern mit
einem Abte „Gerlach von Tuntenstcin" ans dem Stifte Ebe-
rach in Franken am 25. Man l l29 einsetzen konnte. Bau und
Stiftung vollendete gänzlich seine Gemablinn Sophia, Tochter
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918