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Puntigam ist ein hiibfches Gastliaus mit einer Brauerei
'.'erdunden, wo sich die Stadtbewohner besonders im Fasching nl
verschiedenen Belustigungen versammeln. Gute und billige Be-
dienung erkalten dicß Gasthaus schon länger als drei Tecen-
nien im guten Rufe.
An der gleichen Straße weiter nach Süden liegt das
Dorf Feldkirchen, das mit den Dörfern Gebern und Abtissen-
dorf in unmittelbarer Verbindung steht. Wie bereits ange-
führt , war ^eldkirchen vom XI. Jahrhundert bis über die
Mitte des XII der Sitz der gegenwärtig in Straßgang be-
findlichen Pfarrei, und hatte daher eine größere Wichtigkeit
als dermale»; auch vom XVI. Jahrhundert, das über Steier-
mark manches Trübsal brachte, rühren noch einige unverwischte
Spuren her, wie namentlich die im Jahre 1582 nach der
Schlacht bei Fcruitz von Ibrahim Pascha aufgeworfene Schanze,
die noch jetzt unter dem Namen „Türkengraben" bekannt ist.
Anmutbigcr ist Fernih gelegen, indem fcwol die östlich«
Hügelkette einerseits, als die Auen der Mnr andererseits an
die Zahlreichen Häuser dieses Dorfes heranrücken. Einen freund-
lichen Eindruck macht übcrdieß noch die freigestellte, über die
Giebel der Dächer hcch emporragende Kirche, die vom Herzog
Friedrich im Jahre 1314 erbaut wurde. Die Gegend von
Fernitz bis Liebenau aufwärts ist als Schlachtfeld in der?an-
dcsgcschickie merkwürdig. Hier besiegten Hans Haitianer von
Hatzcnslcin und Hans Nngnad Freiherr von Sonneck mit 3N<)
Neiicrn und eben so vielem Fußvolkc die dreimal so starte
Armee des Ibrahim Pascha im Jahre 1532, so daß 8000
Türken auf der Wallstadt blieben. Ncber den Gräbern der
Muselmänner wallen jetzt die üppigsten Saaten.
Lieben««, St. Peter und Frcischloß.
Näher der Stadt, tauin in der Entfernung von einer
Stunde liegt etwas versteckt in den Auen der Mur und zwi-
schen den Häusern des gleichnamigen Dorfes das Schloß Lie-
bcnau. Zwei Wege führen dahin, der eine durch den Mün,-
graben über das Schloß Harmansdorf (Hadcmarsdorf, Hcr-
mannsdorf), einem kleinen, im mittelalterlichen Stule gebau-
ten Schlöffe, das herrlich am Rande der Schutt-Terrasse liegt;
der andere hingegen über die Schönau, einem ekedem viel
häusiger als jetzt besuchten Gasthause, letzterer ist jedenfalls,
wenigstens für Fußgänger, vorzuziehen.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918