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<?^!s ich vor zwei Monaten die Vorrede zu diesem Werke
schrieb, konnte ich durchaus nickt ahnen, daß ich mich durch
die Wiedererweckung eines längst begrabenen und vergessenen
Todten wider meinen Willen gcnoilnget sehen würde, dem
Buche auch noch ein Schlußwort anniha'ngen. Da aber der
Titel, den es an der Stirne trägt, vor dem irre gewordenen
Publikum gerechtfertiget werden muß, und da zugleich Frei-
herr von Hammer-Purgstall in seinen, in der 21. Versamm-
lung deutscher Naturforscher und Aertte gehaltenen Vorträ-
gen dieses Werkes ausdrücklich gedacht und die von meinem
gelehrten Mitarbeiter Hrn. Prof. A. v. Muchar aufgestellte,
ans Urkunden gestützte Behauptung, daß die Stadt von dem
Grätzbache, der in Diplomen die Oretz genannt wird, ihren
Namen erhalten habe, lächerlich ;u machen gesucht bat, bin
ich bemüssiget, dem Werke noch einige Worte über die Schreib-
weise: Grätzoder Gratz, freilich nur in der gedrängtesten
Küne, anzuhängen, um zu zeigen, daß heut zu Tage die
Schreibart Gratz und nicht diejenige eine Neuerung
sei, welche dieses Vuch auf seinem Titel führt.
Ein Feind aller Verflechtung persönlicher Begehungen
mit literarischen Fragen werde ich hier Alles übergehen, was
irgend der Art in verschiedenen Zeitschristen über Diejenigen
vorgebracht worden ist/ welche der üblichsten Schreibweise bis-
her treu geblieben sind, und, mich strenge an die Sache selbst
haltend, nur zu beweisen suchen, daß Diejenigen nicht so
gan; Unrecht haben, welche auch fortan noch wie bisher Grätz
schreiben werden.
Um sich die Lösung der Frage <u erleichtern und zu-
gleich mehr Stoff zu gewinnen, durch den er auf die Erre-
gung von Heiterkeit bei seinen Zuhörern leichter hinwirken
konnte, hat Freiherr von Hammer-Pnrgstall den Stand der
Frage und ihrer wissenschaftlichen Erörterung dadurch gam
verrücki, daß er sie so stellte: Ist Grätz oder Orah die
richtige Sprachwcisc? und dieser Stellung gemäß auch
untersuchte, wie der Name unsrer Sladt im Landes-Dialccte
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918