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dieser Stadt eine Ausnahme machen und ihn nicht so schrei-
ben und sprechen, wie er, nach der Entwicklungsstufe, auf
welcher sich die neuhochdeutsche Mundart jetzt befindet, l,cut
zu Tage im Deutschen geschrieben werden muß, auch wenn
cr wirklich von dem slawischen Worte Grade; stammte.
Wie jede andere Sprache ist auch die deutsche Mund-
art, als ein Organisches, in ihrer Entwicklung cigenlhümlichen
Gesetzen gefolgt und hat Phasen durchgelcbt, die von uns
nickt willkürlich bei Teile geschoben oder vergessen werden
dürfen. Der allgemein verehrte Nestor der deutschen Sprach-
forscher, Jakob Grimm'), weiset in seiner Grammatik nach,
wie nach den Gesetzen der deutschen Sprachbildung im Laufe
der früheren Jahrhunderte, besonders aber vor der zweiten
Hälfte des XII. Jahrhunderts, das n in sehr vielen Worten
durch den Nebergang in o in den Umlaut ao sich umgewandelt
habe. Tort kann man auch lesen: ,,X. Wie althochdeutsch für
„beide <?, besonders aber für den umlaut des », mwcilen »e
„geschrieben wird, so erscheint auch in Handschriften des 12-,
„weniger schon des 13. jahrhunderts dieselbe be;cichnung offen-
„bar kurzer vocallaute. Im althochdeutschen ft'stcm ist sie leid'
„licker; da sich noch kein langes « (umlaut des ») entwickelt
„hat; mittelhochdeutsch aber muß die genauere schrcibung, wie
„si ü von ae, ü von üo sondert, nolhwendig ein kurzes i>
„von dem langen Ze unterscheiden. Dies « gilt demnach 1.
„für e; 2. für i: selten u. s. w." Es wird dort in den nun
folgenden Stellen ga»; genau nachgewiesen dasjenige, was ich
durch die Zusammenstellung der Urkunden aller Schreibweisen
vom I. 8^1 an in der aufeinander folgenden Schreibung des
Namens Gretz in dem nächsten Hefte der steicrmärkischen
Zeitschrift deutlich ersichtlich machen werde, nämlich: daß sich
aus dem a das e und aus diesem der Ilmlaut ä entwickelt
habe; ferner, daß das ä zur Vezeichnuog des e gebraucht wer-
den sei u. s. w.
Dieselbe Ansicht entwickelte auch der um die deutsche
Sprache verdiente Prof. Maßmann in einem an meinen ge-
lehrten Freund Dr. Fr. Nnger gerichteten Vricfe. Wie sehr
mußte es daher uns Alle, die wir den Inhalt jenes Schreibens
kannten, überraschen, eben diesen Gelehrten unter den ;ur Un-
terstützung der von dem Freiherr« von Hammer-Purgstall auf-
>) D>»>schc Grammatik, Von Ialob Grmmi, Elster Thcil, Drille Aufinge,
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918