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führte, nannte sie ebenfalls Grah und setzt dabei das e über
ten Vuchstabeu a, dadurch augenfällig den Umlaut be,eich-
nend. PYilipp Glu'.'cr (geb. >5^0), durch gan; Puiopa als
Geograph und Alterthumsforscher berülunt, kennt uui're Stadt
nur als 0ir.i l) ').— Der nicht minder bekannte Nechtsgelelnte
Nicolaus de Beckmann'-) schreibt ebenfalls Gräy, und be-
dient sich des ä auch bei den Worten Empfängnis, Kam-
mer, Gotteslästerung u. dgl. m. In gleicher Art kennte
ick neck mancke andere berül'mte Männer des XVII. Jahr-
hunderts, die alle unsere Stadt mit dein Umlaute schieden,
anführen, wenn es der Raum gestattete.
Treten wir nun in das XVIII. und XIV, Ial'Nnindert
hiniibei, so drangt sich uns noch ein? größere Fülle von Wer-
fen aus allen Fackern entgegen, deren Verfasser sämmtlich
Grätz schrieben, dabei aber auch zugleich durch die beiden
Stricklein den Umlaut bezeichneten. Ich gedenke hier zuerst
des berühmte» geschichlskuudigcn P. Fröhlich, der in allen
seinen Werten durchaus (^««eium und Gratz, nirgend C>!rah
oder Gra; schreibt. Ätackstteni gehe ich auf unsern '.'aterlan-
dischen Geschiänosorscher Aquiliuus Julius ssasar über. Auf
ihn berief sick der gelcl'rle Orientalist in seinem ersten Vor-
trage als auf einen Gewährsmann für seine ^eliauptung.
Nun verhält es sich aber mit diesem Gelehrten folgender Mas-
sen: Or selbst schrieb stets Grätz und ließ auch so drucken,
wie seine Werke es durchaus beweisen. Da>.'on mackt allein
seine Staats- und Kirchengeschichte eine Ilu^nabme. Uebcr
diese Abweichung gibt aber unser Hindennann in seinen Bei-
trägen zur Vaterlandökunde II. Vand S. 93 Note " folgende
Aufklärung: „Niemand," sagt er, „könnte der Meinung, wie
„man das Wort Gral? schreiben müsse, mehr Gewickt geben,
„als unser Nestor in der vaterländischen Geschickte, Herr A.
, , I . Cäsar, der so uielc Original-Documentc in Händen hatte.
„Zum Unglück wird diese Stadt in seiner neuen Staats- und
„Kirchengcschichte von den ältesten Zeiten an Gra;, ja sogar
„Bayrisch-Graz genannt. Seine Antwort auf meine Anfrage
„zeigt aber, daß er, da er ziemlich weit >.'cin Druckcrte entfernt
„lebt, an diesem Graz keinen Theil habe, noch haben konnte,
>«i5, >,„,!e!i^,, »t i>,>ric»m ,,„ß, Zl, Och»n aus 0cm T>lel rrsii'ht
!„a!,, d>!>! auch oas u^,i,lu,n Gr»,j mit lem Ilml'UN,, zu sprachen sl'!,
Icll Nicolai ile U«?ekm»nn Ii^en ^ur<5 gtntutaiii ot (^lidvelu6luarii öt^>
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Title
- Grätz
- Subtitle
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Author
- Gustav Schreiner
- Publisher
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Location
- Graz
- Date
- 1843
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.55 x 20.25 cm
- Pages
- 638
- Keywords
- Graz, Steiermark, Stadt
- Categories
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918