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© 2017, V&R unipress GmbH, Göttingen
ISBN Print: 9783847107217 – ISBN E-Lib: 9783737007214
[handschriftliches Konzept auf Briefpapier der „Denkmäler der Tonkunst in
Österreich“;Datumszeile,AnredeundUnterschrift sowiederVermerk„AnDr.
SeydlundDr. Sylvester“gestrichen].
BerichtüberdasVorsprechen einerDeputationderHofkapelle, bestehend aus
demHofkapellmeister Karl Luze, demObmann desKomitees der Philharmo-
nikerA[lois]MarklundProf.G[eorg]Valker,beimStaatsnotar JuliusSylvester,
dem sie das Gesuch G. A.s zugunsten der Hofkapelle übergeben – undatiert
[1918/19;TextdesGesuchs inseriert].
G. A. spricht sich für den Erhalt der Hofkapelle aus – undatiert [maschin-
schriftlich].
Bericht über dieÜbergabe des Gesuchs G. A.s an Julius Sylvester – undatiert
[s.o., aufRückseite einerEinladungzu einer kirchlichenFeier fürdenWiener
Evangelischen Singverein am 30.Oktober 1918; Text des Gesuchs nicht inse-
riert]
G. A. empfiehlt aufgrund des Ansuchens von Karl Luze die Förderung der
Hofkapelle aus öffentlichen undprivatenMitteln – 01.1921 [maschinschriftli-
chesKonzept;DatumundUnterschriftgestrichen,überTextVermerk,dassdas
andereGesuchverwendetwerdensoll].
Gedruckter Spendenaufruf für denWeiterbestand derHofkapelle – undatiert.
NachdemZusammenbruchderMonarchie1918stellte sichdieFrage,obundin
welcher Form die Hofkapelle weitergeführt werden sollte. Für den Erhalt der
musikalischenHofkapellesprachensichv.a.AloisMarklundKarlLuzeaus.1919
wurdebeschlossen,diemusikalischeKapelleweiterzuführen; allerdingswurden
die Hofsängerknaben aufgelöst (1924 erfolgte die Neugründung des Chors als
„Wiener Sängerknaben“). Die geistliche Kapelle wurde personell reduziert und
derPfarre St.Augustinangegliedert. 1921wurdediemusikalischeKapelle vom
Bundesministeriumfür InneresundUnterrichtübernommen.
ErnstSeydl(1872–1952)studierteinWienkatholischeTheologieundwurde1895
zumPriestergeweiht.1897–1899warerStudienpräfekt,1899–1903Subrektoram
erzbischöflichenAlumnat.1902–1912unterrichteteeralsao.Prof. fürchristliche
PhilosophieanderUniversitätWien.Ab1903warerHofkaplanund1912–1921
Hof- undBurgpfarrer inWien. 1918wurde erWeihbischof vonWienundTitu-
larbischofvonEucarpia.NachdemEndederMonarchiebegleiteteerKaiserKarl
I. (1887–1921) insExil.Ab1921warerDomkapitular inWien.
DerMusikerKarlLuze (1864–1949)warab1882BassistderHofkapelleundder
Hofoper. Ab 1898 war er Chordirigent der Oper sowie 1903–1918 Hofburgka-
(1900–1955). Tutzing: Schneider 2001 (= Publikationen des Instituts für österreichische
Musikdokumentation26),S. 19,meint,dassdasSchreibenauchandenErzbischofvonWien,
Friedrich Gustav Piffl (1864–1932) gerichtet sein könnte. Aufgrund des Adressvermerks
scheintdieseAnnahmeeherunwahrscheinlich.
UlrikeDenk/ThomasMaisel254
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
Guido Adlers Erbe
Restitution und Erinnerung an der Universität Wien
- Title
- Guido Adlers Erbe
- Subtitle
- Restitution und Erinnerung an der Universität Wien
- Editor
- Stefan Alker-Windbichler
- Murray Hall
- Markus Stumpf
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-0721-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 316
- Keywords
- Political Science, National Socialism, Nazi-looted, musical life, provenance research, Nationalsozialismus, NS-Raub, Musikleben
- Category
- Kunst und Kultur