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Das Handbuch des Österreichers
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Josephlnismus nunmehr ni cht ausschließlich dy"nastisch bezogen wird. Durch Heranbildung eines verantwor- tungsbewußten Beamtenlums, eine tadellos funktio- nierende Staatsmaschinerie, die von Zenlralslellen an; gelenkl und konlrolliert werden sollte (vgl. das Slichwor·l Zenlralverwallung), glaubte der Josephi- nismus öslcrreichs Bestand sichern und erhalten zu kör.nen. Joseph II. selbsl plante nichls geringeres als dk Enichlung eines österreichis~hen Kaiser- reiches. wie es dann von seinem Neffen Franz I. im Jahre 180-1 lalsiichUcl1 geschaffen wurde (vgl. Paul V. Milrofanov: Joseph II .. vVien. 1910, I. Teil, S. 25G ff.). Typisch für diese josephinische Staats- gesinnung hleibl der große n oman "Dya-Na-Sore" (1787) des öslerreichischen l:!auplmanns Fricdrich " 'ilhrlm 1011 Me)'crn (1762-1829). Der josephinischc Slnalsgedanke hal weil über den Tod seines Namens- gebm< hinweg in der tragenden Schichl des habsbur- gisehen Hciches seine Krafl beibehallen. Ersl mil der zwLilen Hiilfle des 19. Jahrhunderts "·erden. die bc- diJ:gungslos üslcrrcichischen Traditionen des josc- phinischen Beamlenlun1s unlrr Einfluß der von bis- marr·kisch-preußischen Anschauungen beherrschten jungen Hochschulgeneralion untergraben. In iilm- lichrr \\'eis<" vollzie11l sich unler der Gcisllichkeil eine r\hl~chr vom josephinischen Slaalskirchenlum, die sich jedoch in der Nachfolge des großen ösler- rcichischcn Heiligen J(Jemcns ~Iaria Hofbauer (vgl. über ihn : P. Aclolf Innerkofler : Der hlg. Klemens i\Inria l-I ofbaucr, ein öslerreichischer Reformator, Hcgensburg und Rom. 1913) im durchaus posiliv- iislerrcichischcn Sinn auswirkl. Der Josephinismus würde nichl vollsländig clar- geslelll, wenn wir nichl auch noch auf seine ßeclcu- lnn~ fü;· die Donaulünder zu sprechen kämen. Wien 134
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Das Handbuch des Österreichers
Title
Das Handbuch des Österreichers
Editor
Ernst Görlich
Publisher
Österreichischer Kulturverlag
Location
Salzburg
Date
1949
Language
German
License
PD
Size
8.1 x 12.1 cm
Pages
376
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