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Klöster
darf seJbsl\·erständlich vom Standpunkt der histori-
schen Überlieferung aus nicht gesprochen werden.
Dieses wilhelminische Kaisertum ging im Jahre 1918
nach kaüm fünfzigjährigem Bestande zugrunde. Die
Kaisertitel, die im Verlaufe des 19
. .Jahrhunderts in
vcr5chiedenen Staaten geschaffen wurden (Brasilien
1822, Indien 1876) stehen mil cler Tradition des all-
römischen Kaisertums ebenfalls nicht in Beziehung.
Sie knüpfen eher an jenen mittelalterlichen Ge-
brauch an, nach dem sich Herrscher, die über meh-
rere Königreiche und Völker geboten, nach dem
Muster des römischen Kaisers auch "imperator"
· nannten. So wurde schon im 8.- 10. Jahrhundert die
Fesllegung dieser Würde im frühen England der
Angelsachsen n~rsucht (besonders unter König Eilgar
973). Auch in Spanien bezeichnet sich Alfons III.
(860- 910; in Urkunden als Kaiser und 1135 läßt
sich ,\lfons VIJ. von Kastilien "auf götllichc Inspi-
ration'· hin zum Kaiser ausrufen. ,,Aber diese ,nicht-
römische' I<aiscriclee halle sichLlich keinen breiteren
Boden und ist sehr bald der anderen gewichen''
(Eduarcl Eichmann a. o. a. o. I. Bel.; S. 117). Der
KaisertiteL den wir in unseren Geschichtswerken
den Herrschern von China, .Japan und Äthiopien zu
geben pflegen, beruht auf bloßer Analogiebildung.
China kannte eigenllich nur einen "Sohn des Him-
mel~", .Japan hat einen "Tenno" und der Herrscher
Abessiniens ist der "Negus Nagasti" (= König der
Könige).
Klöster
Das Mönchtum ist eine uralte Einrichtung der
ChristenheiL Im Morgenland entstanden, fand es
dm-eh das \Virken des he·iligen Benedikl '"- Nursia
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Das Handbuch des Österreichers
- Title
- Das Handbuch des Österreichers
- Editor
- Ernst Görlich
- Publisher
- Österreichischer Kulturverlag
- Location
- Salzburg
- Date
- 1949
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 8.1 x 12.1 cm
- Pages
- 376