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l'-1usik
(darunter 2 :\Icssen und 17 Ballette). 1685 fand eine
\"or~lcllung des Singspieles .,SklaYinnen auf Samie"
Stall. dessen Ycrfassl:'r und Komponist der Kaiser
war. Bi> in die Zeit Bcclhovens hinein wurden
I\irchcnmusikwerkc Leopolds I. in den Wicncr
Kirchen aufgeführl. Auch seine beiden Söhne. die
Kaiser Joseph I. (1705- 1711) uliCI Karl VI. 11711-
- 1710) waren Komponisten. Die \'crbindung mit
del'l ,·ol ksi üml ichcn Lied stelll der größte östcr-
rc-ichis,chr Baroclmmsiker Johann Joscph Fux
(16(i(L 1711) her, ein gebürtiger Steirer, der seit 1fifl8
,.H ofkompositenr" des Kaisers war. In ähnlicher
Weise wirkte zcillich früher der Kirchenkomponist
Johann Stat.lhnayr (1560- 16,18) am Hof det· habs-
burgischen :\cbenlinie in Innsbruck. Die In-
strumcntalmusil;. die zur Sonate und zur Symphonie
hinführte. entwickelte sich ebenfalls in Oslcrreich
rasch. Schon damals fühlten sich die Nicht-Oster-
reicher von dem musikalischen Klima des Landes
angezogen. wie jener Engländer William \'oung. det·
1ß33 in Innsbruck die ersten englischen Sonaten
cr;cheinen ließ. Früher als in den anderen Prtege-
sl;illcn der i\lusik entstand ferner in Wien der \'er-
such, die neapolitanische Symphonie mil cler Suite
zu verbinden. Schöpfer dieser Yicrsätzigen Sympho-
nie \\'ird der Hoforganist Gottlieh :Uuffal (1691-
1770) mil seinen "Componimenli musicali". Das
volkstümliche Element der österrcichischen '[usik,
clas seit rlcn Tagen Wallcrs von der \'ogelweidc
nicht ausließ, führte zur Enlfallung des Wiene1·
Singspieles. Es .,war eine Gallung" - so schreibl
V. HcHerl (Zur Geschichte cles Wiener Singspiels
in der Zeitschrift füt' Musikwissenschaft,\'. Bd .. S 208)
.. die ihre Enlwieklungsbcclingungen unabhängig
YOnJ norddeutschen Singspiel halle. E; war haupl-
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Das Handbuch des Österreichers
- Title
- Das Handbuch des Österreichers
- Editor
- Ernst Görlich
- Publisher
- Österreichischer Kulturverlag
- Location
- Salzburg
- Date
- 1949
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 8.1 x 12.1 cm
- Pages
- 376