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Das Handbuch des Österreichers
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Nation Ieitung ihrer Interessen heballen müsse. Aber (!ie entgegengesetzte Auffassung setzte sicl1 im allgemri- nen Sprachgebrauch fest, wobei zugleich der ,Na- tion' nach den Ideen des Contrat Social von Rous- se<tu citw über den absoluten Herrscher hinausge- hende höchste Gewall zugeschrieben wurde. Nanwnt- lich das Adjektivum national gewann plötzlich einen Sinn. der allem, was man damit in Verbindung brin- gen konnte, staU wie JrüiH'r eine Beschränkung. jetzt den Stempel unbedingter Berechtigung aufprägte. Diese Abwandlung ~I C'r ß.:deutung von Nation und national vollzog sich zuerst in Frankreich und wurde erst späl•er in England und in den Vereinigten Staa- ten \Yirl;sam" (Luclwig Rieß: Die Basis des modernen Europa, München und Berlin, 1923, S . .5ß8 ff.). Diese Gleichsetzung von Nation= Staatsbürgerschaft und 1\ ationalität = Staatsangehörigkeit ist im "·esllichen Europa die allcinhcrrschende. Die Academie Frat~­ ~aise nahm das Yokabel nalionalitc zwar erst 1835 in diesem Sinn in ihr \Vörlcrbuch auf. aber schon 1815 konnte auf dem Wicner Kongr\)ß von der witrl- lembergischen Regierung die Erklärung abgegeben werden, ,,daß doch nicht die Absicht sein kann. ans verschiedenen Völkerschaften, z. B. Bayern LJncl Prtußen, e ine 1\ation zu machen" (vgl. Treilschl,e; Charakter!', l. S. 168). Aus dieser Definition ergibt sielt klar. daß die Spra che nichl d e r a us- schl agge b end e F aktor bPi d e r Bes tim- mun g d c r N a I i o n a I i l ä t se in k ann. Amrri- kaner und Engländer schreiben das Englische und doch gibt es eine amerikanische und eine englische Nation; Brasilianer nnd Portugiesen gebrauchen das PorLugicsische; aber eine Portugiese ist kein Bra- silianer und ein Brasilinner kein Portugiese. Ebenso verhält es sich mit Spaniern und Argcnliniern, mit 191
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Das Handbuch des Österreichers
Title
Das Handbuch des Österreichers
Editor
Ernst Görlich
Publisher
Österreichischer Kulturverlag
Location
Salzburg
Date
1949
Language
German
License
PD
Size
8.1 x 12.1 cm
Pages
376
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