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Das Handbuch des Österreichers
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Preußen nick. Es soll ein berühmter Gelehrter gewesen sein, der mil Stolz verkündete, die deutschen Professoren seien die ,wissenschaftliche Leibgarde der Hohen- zollern'. In keinem anderen Land der \;<,'lelt bestand ferner der Brauch, daß der Student seinen kriege- rischen Mut durch Mensuren und Duelle beweisen mußlc. Die deutschen Studenten waren auf ihre 1 arben im Gesicht nicht wenig stolz und blickten auf solche Kameraden, die sich dieser Sitte wider- setzten, mit Geringschätzung herab. Die protestan- tische Kirche, die bei den anderen germanischen Nalionen einen so mächtigen Einfluß zugunsten des Friedens ausübte, diente in Deutschland eben- falls in hohem Maße der Pflege eines kriegerischen Ethos. Ehrlicher waren freilich jene Nalionali·slen, die das allgermanische Heidentum neuzubeleben suchten, weil sie erkannt hallen, daß das Christen- tum mit ihrer Geistesart nicht in Einklang zu brin- gen war. Auch hierin lag eine Besonderheit des deutschen Nationalismus. Sogar eine so weltbürger- liche Bewegung wie die Freimaurerei segclle in Deutschland größtenteils im nationalistischen Fahr- wasser. Während bei anderen ationen Sport, Ge- selligkeit, Jugend- und Frauenbewegung meist un- politisch und übernational wm·cn, gerieten in Deutschland die Tum-, Alpen- und Gcsangsvcrcine, die Jugend- und Fraucm·crbändc allmählich stark in die Gefolgschaft des Nationalismus. \Ver aber für die Fricdcnsbe\\·egung ein I rat, dessen nalionalc Ge- sinnung galt als sehr verdächtig. Die Bcamtenlauf- bahn, die Lehrkanzel einer Universität, die gute Gesellschaft wm·cn ihm in der Regel verschlossen. Selbst jene Kunst. die von jede1· Politik am weitesten entfernt zu sein scheint, nämlich die :\Iu- sik, wurde in den Dienst des Nationalismus ge- 244
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Das Handbuch des Österreichers
Title
Das Handbuch des Österreichers
Editor
Ernst Görlich
Publisher
Österreichischer Kulturverlag
Location
Salzburg
Date
1949
Language
German
License
PD
Size
8.1 x 12.1 cm
Pages
376
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