Page - 265 - in Das Handbuch des Österreichers
Image of the Page - 265 -
Text of the Page - 265 -
Rot~Weiß~Rot
dC'r SalZe merk\\"ürdig übereinslimmen würde - soll
er ösllieilen (byzanlinischC'n oder sarazenisehen) Ur-
sprungs sein Rudo!ph IV. der Stifter versucht dann
im spä(eren i\Iillclaller flll Stelle des Bindcnschildcs,
der nur 111ehr für Niedcröslerreich gellen soll, das
Fünf-Adler-Wappen füt· sein gesamles Ländergebiel
einzuführen. Es bängl wahrscheinlich mil den Plä-
nen des Herzogs zur Ausgestallung seiner Machl
(siehe Privilegium :\Iaius) zusammen. Das Fünf-Adler-
Wappen slammle nach der Meinung cler I-Iofhislorio-
graphen von drn Römern und sollle den r ö m i s c h -
an l i k e n C h a r a k l er ö s l erreich s versinn-
bilcllichen (vgl. A. Hoffmann: "Oberöslcrreichs Lan-
dcswappen", Linz, 19-17, S. 2-i ff.). Es komml unrl
verschwindet mil dem Erzherzogtilel, der von Ru-
cl,.olph IV. in gleicher Weise beansprucht wird. Abet·
während der Erzl1erzoglilel seit der Besläligung des
Privilegium .Maius durch Kaiser Friedrich IY. U53
für die l\Iilglicrler des öslerreichischcn Herrscher-
hauses in dauemde Verwendung komm!. gclingl es
dC'n fünf Adlern nichl, sich als gesamlöslcrreichi-
sches Wappen clurchzusC'Lzcn. Es wird schließlich
gegen die ursprüngliche Absichl SC'incs Schöpfcrs
da<; niederösletTeichisdw Landeswappen und als
solches 180-J offiziell anerkannt. Die fünf Adler des
Schildes aber werden von späleren Heraldikern für
"Lerchen" erldärl. Das öslcrreichische Kaisertum
von 1801 übemahm dann \\'appen (Doppclacllcr) und
Fahne (schwarz-gelb) des Heiligen Römi chcn Rei-
ches. Nur als Flagge der öslerreichischen Kriegs-
und Handelsmarine sowie in der Hausfarbe der
Dynaslie blieb durch clas ganze 19. Jahrhundert der
roL-\\·eiß-role BindC'nschild erhalten. l\Iil der Auf-
. lö5lmg der Oslerreichisch-Ungarischen Monarchie im
Jahr,· Hl18 hal dann die neue Republik Osterreich die
265
back to the
book Das Handbuch des Österreichers"
Das Handbuch des Österreichers
- Title
- Das Handbuch des Österreichers
- Editor
- Ernst Görlich
- Publisher
- Österreichischer Kulturverlag
- Location
- Salzburg
- Date
- 1949
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 8.1 x 12.1 cm
- Pages
- 376