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540 Anhänger.
Anhänger. (Tafel 278.)
Die Anhänger zählen zum Schönsten, was das Gebiet des
Schmuckes aufzuweisen hat. Ihre Form und Anwendung ist mannig-
faltig. Wir finden sie als Halsgehänge und Brustschmuck mit und
ohne symbolische Bedeutung, als Hut- und Barrettbehang, an der
Uhrkette, und, allerdings weniger reich und prunkvoll, am Pferde-
geschirr. Der Anhänger bildet sich naturgemäfs nach dem Prinzip
der freien Endigung, wenn auch zentrale Bildungen nicht ausgeschlossen
sind. Er nimmt gelegentlich die Form des Kreuzes, des Medaillons,
der Votivtafel, sowie des Monogrammes an. Er mufs geschnittenen
Steinen, Miniaturbildern, seltenen Münzen und Medaillen als Fassung
dienen. Er bietet das richtige Feld für allerlei kleinen Behang und
an ihm entwickelt die Goldschmiedekunst die vielseitigsten Techniken. I
Aus der Antike und ganz besonders aus der Renaissancezeit sind
uns ganz besonders hervorragende Beispiele überkommen. Haben in
der letztgenannten Periode doch Künstler ersten Ranges nicht nur
praktisch an diesen Dingen sich bethätigt, sondern auch zahlreiche
Entwürfe dazu geschaffen, wie z. B. Hans Holbein in seinem Skizzen-
buch für Heinrich VIII. von England.
Wir können aus dem äufserst umfangreichen Material leider nur
eine bescheidene Zahl von Beispielen darstellen.
Tafel 278.
1. Ägyptischer Anhänger, Gold und Email. (Racinet.)
2. Goldener Anhänger, gefunden auf Rhodos. Louvre in Paris.
(Mönard et Sauvageot.)
Griechischer Anhänger, Goldfiligran. Gefunden bei Kertsch.
Ermitage in St. Petersburg. (Kunsthandwerk.)
Etruskischer Anhänger, Gold. Campana-Sammlung. (L'art
pour tous.)
5. Altitalischer Anhänger aus Bronze. Vereinigte Sammlungen in
Karlsruhe.
Anhänger von einem türkischen Pferdegeschirr aus der Kriegs-
beute des Prinzen Ludwig von Baden. Vereinigte Sammlungen
in Karlsruhe.
7—9. Anhänger aus dem 16. Jahrhundert. (Hefner-Alteneck.)
10. Kleiner Renaissance-Anhänger aus dem Jahre 1637. Karls-
ruher Ausstellung 1881.
11. Anhänger in Goldfiligran, aus der Empirezeit. Im Besitz von
Professor Dr. Marc Rosenberg in Karlsruhe.
12. Renaissance-Anhänger; antike Kamee, Fassung emailliertes Gold
mit Edelsteinen. Paris, (L'art pour tous.)
13. Renaissance-Anhänger. Entwurf von Hans Brosamer. (Formen-
schatz.)
Handbuch der Ornamentik
Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
- Title
- Handbuch der Ornamentik
- Subtitle
- Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
- Editor
- Franz Sales Meyer
- Location
- Leipzig
- Date
- 1937
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 9.6 x 15.7 cm
- Pages
- 628
- Category
- Kunst und Kultur