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Nr.156–157 303
aus Rauch). – Literatur: Uhlirz, Gewerbe 625, 736; Brunner, Finanzen 133; Czeike, Neuer
Markt34.
Der futrear rechta
WirNiclasderWùrffel, zudenzeitenburgermaister,undderratgemainderstatzeWienn
vergehen offenlich mit dem brief umb die presten, die wir an unser gnedig herren, die
hochgeborn fursten hern Albrechten und hern Lewpolten gebrùder, hertzogen ze Oster-
reich, zeb Steyr, zeKerendenundzeKrain, gravenzuTyrolb etc., getragenhabenvonder
menig der fùtrèr hie ze Wienn, davon gemainklich arm und reich in der stat ze Wienn
grass schèden widervarn sind von der tewrung des fùters, und daruber die vorgenanten
unsergnèdigherren irbriefunsgegebenhabentmit irngrossen fùrstlichenanhangunden
insigeln1, das die egenan(ten) gepresten furbas gentzlich sullen absein; und darumb so
gebenwirmit gemainemratdenerbern lewtendergemainder fùtrerdie recht, als syuns
vondenvorgenan(ten)unserngnèdigenherrenbestèttet sind:
[1.] also das furbas in der stat und vor der stat ze Wienn sechtzig fuetrèr sein sullen
und nicht mer. Wèr aber, das wir, der rat der stat ze Wienn, oder unser nachkomen en-
phunden schèden von der solhen menig der fùrtrèr, so mùgen wir die vorgenan(te) zal
der fùtrèrwol geminnern.
[2.] Essullendievorgenan(ten) fuetrèr furbasdemstatrichterzeWienn,deryediezeit
statrichter ist, kainsgeltsnichtgepunden sein, sunderdie fùtrèr vervielendenndemstat-
richtèr der wanndel mit unrechter mass; dieselben wanndel sullen dann die fuetrèr dem
statrichtèr gebennachder stat recht zeWienn.
[3.] Essullenauchall fùtrer, yeder fùtrèrandenrechtenmarkchsteten,das ist andem
NewnMarktc, 2,nichtmerhabernkauffendennanainemyegleichenmarkchtag, andem
eritag und an dem sambstag in der wochen, ainen mutt, als vor gewondlich ist gewesen.
Wèr aber, das in der wochen ainem fùtrèr habern und fùter not geschèch von ubrigen
gesten,dermag inderwochen [58v] vonainemburgèr fueterwol gekauffen.
[4.] Essolauchdas futerrechterbenymmeraufainkindains fuetrèr,das fueternwelle
und mit der stat leiden well. Wer aber, das dasselb kind nicht fuetern wolt, so sol es das
fueterrechtnicht enhaben.
[5.] Es sullen auch furbas die maister in der pruderschaft der fuetrèr nyemant set-
zen zu futrèr denn nach des rates ratd ze Wienn, der sol auch denselben fùtrer bestètten;
und wer dann also zu fùtrer gesatzt wìrte, der sol das fùterrecht haben und der sol der
stat ze nùtz ain phunt geben und in die pruderschaft der fùtrer ain phunt, alles Wienner
phennig.
157 aÜberschrift rubriziert.AmrechtenoberenRand:Futer [!] recht.–WStRBA3als rubrizierteÜberschrift:Das
ist der brief der fwtràr. – WStRB A 4 mittig über dem Text: Fùetrer MoCCCoLXVIIIo. – WStRB A 5 rubriziert:
Aber von den fuetrern ain brief, ausgangenn 1368 jar. b–b Fehlt in WStRB A 3. c WStRB A 5 folgt: tag.
d WStRBA4,A5 folgt: der stat. e WStRBA3bricht hier ab.
157 1 Privileg Herzog Albrechts III. und Herzog Leopolds III. vom 7. August 1368, WStLA, H.A.-Urk.
Nr.734 (= Privileg Nr.16), und EB fol.71v–72r; vgl. dazu den Druck in Rechte und Freiheiten 1, ed. T -
Nr. LXXVI, und die Regesten in QGW II/1 Nr.734; O
, Eisenbuch 36; Regesta Habsburgica 5/1,
ed.L
–F
Nr.334.
2 Der Neue Markt (Wien I) war etwas jünger als der Hohe Markt und wurde vor 1234 westlich der
KärntnerStraßeangelegt.NebendenFütterernverkauftenhierdieSeiler ihreWaren;außerdemgabesamNeu-
en Markt auch zahlreiche Schmiedewerkstätten, vgl. dazu C
, Neuer Markt bes. 9–15; P
, Rahmen
228.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen