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304 VI.2.Edition
[6.] Auch sullen die herren des rats under den futrèrn nemen und setzen vir der er-
beristenundderpessten,die swern sullen,das sydartzùsehen,dasdieobgenan(ten) recht
und auffsetz alle behalten werden. Wèr aber, das yemant dawider tèt under den futrern,
der soldarumbpessrung leidennachdes rats rat.
Und des zu ainem warn urkund und zu ainer ewigen getzeugnùss geben wir der ge-
main der fùtrèr den brief versigilten mit unserr stat ze Wienn grossem anhangundem
insigil. Der brief ist geben zu Wienn nach Kristi gepurd drewzehenhundert jar, darnach
indemachtundsechtzigistem jare, desnagsten sambstagsnach sandLarentzentagf.
158.
OrdnungderKürschner.
[1422–1428]1.
HWOBfol.60r–v.
Derkùrsnèr rechta
[1.] Essolkainkùrsnèrsichnu˚b furbaserbzumaistersetzenhiezeWienn,erpringeedènn
briefundurkund,vondannerkomenist,daser sichdaselbserwerlichundfrumklichent-
halten hab undc seine lerjar ausgedintc hab, oder er weis es hie vor dem rat der stat mit
erbern lewten; er sol auch haben ein elich weibd und darnach das recht gewinnen mit
zwain phunten Wienner phennigen, der ains gevallen sol der stat ze nùtz und das ander
inderkursner zech,unde sol auchdasburgerrecht gewinnene.
[2.] Sy sullen auch alle zeit under in erwellen und nemen vìr maister der getrewisten,
derweisistenundder erberisten,die indennder ratbestètten sol.Dieselbenf maister sul-
len auch die versuhen, die sich ze maister setzen wellent, ob sy maisterg mùgen gesein
oder nicht. Auch sullen sy die arbait beschawn, sy werd hie gemacht oder herpracht, das
die gerecht seydemarmalsdemreihenanalle gevèrd.
[3.] Undsullenauchsy ir arbaitnindert alswovailhabendennaufdemKùrsenhaus2.
Was aber die gest der arbait herpringent, das sullen sy nicht verkauffen, die vier mais-
ter haben sy ee beschawt, das sy auch gerecht sey, und denn sullen sy die nindert alswo
vail haben noch verkauffen, nùr in den hewsern, da sy ze herwerg sind, als das mit alter
herkomen ist.
f WStRBA4,A5 folgt: desheiligenmartrer.
158 aÜberschrift rubriziert. Am rechten oberen Rand: Das ist der kursner r(echt). b–b Über der Zeile von
gleicher Hand c–c Neben der Zeile von wahrscheinlich gleicher oder zeitnaher anderer Hand mit Verweiszei-
chen eingefügt. d Über der Zeile von gleicher Hand, darunter gestrichen: wirtinn. e–e Links neben der Zeile
von wahrscheinlich gleicher oder zeitnaher anderer Hand, wobei im Nachtrag gestrichen: mit aim halben pfunt
pfennig. Stattdessen im Text gestrichen: Dartzù sullen auch alle die kùrsnèr, die yetzund oder meniger jar die
arbait hie gemacht habent und doch das recht nicht gehabt habent, das recht noch gewinnen, ein yeglei-
cher mit ainem halben phunt phennig in ir zech, oder sy lassen die arbait sein. f Danach gestrichen: vier.
g Danach gestrichen: undwirdig.
158 1 Vgl.Z
,Handwerksordnungen24f.
2 Das Kürschnerhaus (Kürsenhaus) befand sich am Hohen Markt (Wien I, Hoher Markt 8, heu-
tige Hausfront Marc-Aurel-Straße 2). 1325 ist es erstmals nachweisbar und befand sich bis 1622 im Besitz
der Kürschnerzeche. 1801 wurde es abgerissen, vgl. die Karte oben S.145; P
, Hoher Markt 51f., 102f.;
C
, LexikonWien3648f.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen