Page - 323 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.177–179 323
178.
Der Rat der Stadt Wien grenzt die Arbeitsbereiche von Lederern und Weißgerbern voneinan-
der ab.
1494April 17.
HWOBfol.73r.
Teildruck: Wissell, Recht 2 296. – Regest: Otruba–Sagoschen, Gerberzünfte 160 (irrig zu
1494April 19). –Literatur:Zatschek,Handwerk95.
AnnoDominimillesimoquadringentesimononagesimoquartodesphintztagsnachdem
sonntag Misericordia Domini haben die herrn des rats der stat Wienn die maister ledrer
undirherhanntwerchs, irmitburger, irer zwitrècht, so sybedehanntwerchvonwegendes
leders ze arbaitten aus dem lach und der fell, die zu weis gearbait werden sullen, durch
gemainesnutzund frumenwillen entschaidnalso:
[1.] Von ersst die irher sullen das leder nicht arbaitten aus dem lach, sonnder das die
ledrermachenundarbaitten lassen, als vonallterherkòmen ist.
[2.] Item die ledrer sullen die fell, so sy zu weis arbaitten wellen, von den irhern
kauffen,die sy indann inain(en) zymblichenundpillichenkauff gebn sulln.
[3.] Die ledrer sullen auch die rauhen fell von aschen nit weis arbaitten zu grant,
sonnderungenètt zuguetemsmierleder.
[4.] Werdervorgenantenarticelnain(en)odermernichthaltunddawider thuèt,der
solnachdesbemelten rats erfindunggepuèstwerden.
Im hat auch der obgenannt rat vorbehalten, die bestimbten articeln ze meren und ze
mynnernoderganntz aufzeheben,wie inverlust.
179.
DerRatderStadtWien schlichtet einenStreit zwischendenLederernunddenSchustern.
1494September11.
HWOBfol.73r.
Regest:Otruba–Sagoschen,Gerberzünfte161.–Literatur:Uhlirz,Gewerbe679.
Anno Domini milesimo quadringentesimo nonagesimo quarto des phintztags nach un-
ser lieben Frawntag der Gepurd haben die herren des rats der stat zu Wienn die maister
ledrer und schuester hantwerchs, ir mitburger, irer zwitrecht, so sy bede hantwerch von
wegen des leders fuerkauf und dera abbesneidunga stierling, arbang und swentz ab den
heiten gehabt haben, durch gemaines nutz und frummen willen entschaiden also, daz
die ledrer chainner von dem andern das leder oder dieb fel fuerkauff, sonder das nach
ainem pillichen den schuestern unbesniten, wie dann von alter herchomen ist, verkauffe
und hingeb. Wer solhes uberfert und dawider thuet, sol nach obgemeltes rats erfindung
gepuestwerden.
Im hat auch der obgenant rat vorbehalten, den obbestimbten artikl ze meren und ze
mynnernodergantz aufzuheben,wie inverlust.
179 a–ader ab- rechts neben der Zeile von gleicher Hand mit Verweiszeichen eingefügt. b Über der Zeile von
gleicherHand.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen