Page - 325 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Image of the Page - 325 -
Text of the Page - 325 -
Nr.180–182 325
hieverkauffenwill, sollengleicherweyßwiebeydenenhieigenledrernunbeschnittensein.
Actumsambstags, denaindlifften Junii, annoetc. imdreyssigistena.
182.
Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Wien erteilen den Weißgerbern einen Zusatz zu
derenOrdnung.
1544Juni28.
HWOBfol.74r.
Parallelüberlieferung: WStLA, H.A.-Akten 5/1545 (wahrscheinlich Konzept einer Abschrift
fürdieWeißgerber; irrigeDatierung imArchivbehelfmit8. Juni1545).
Druck:Hütter,Lederer45.–Literatur:Zatschek,Handwerk101.
Der irherordnungzuesatz
Anno Domini millesimo quingenntesimo quadragesimo quarto an sambstag, den acht-
undzwaintzigisten Juni, haben die edlen, ernvesten, hochgelertn, ersamen, hochweisen
herrn .. burgermaister und rate der stat Wienn in den irrungen, so sich ain zeitlang un-
der iren mitburgern maistern des irher handwerchs gemainkhlich alhie von wegen der
fellkheufgehallten,erkhundigunggethanunnddise ir stritigkhaithingelegtdurchainver-
samlung des ganntzen handwerchs, darinn sy nachvolgend artickhl, wie die vor ettlichen
jarngleichermassengewest,widerumbainhelligkhlichbeslossen,diegedachtenherrnbur-
germaisterundrate furbracht,dieselbenartickhlauchermelltburgermaisterundrate inen
gefallen lassen und zu ir der irher alten ordnung zu schreiben bevolhen, die denn ainem
jeden, so erstlichmaisterwierdt, furgehallten sollenwerden,wiehernach steet:
[1.] Nemlich wann frembd fell, so ausser lannds gefallen und uber funffzig sein, der-
gleichenwannhierschnheutùber zechenherkhumen, soll khainerdieselbenalain, sonder
auf das gantz handwerch khauffen. Wo aber nicht mer dann zechen oder wenigera ver-
handen, somagesainmaisterbehaltenundzukhauffenrechthaben;obsichdannbegàb,
das die hieigen oder auswendigen vleischhackher fell khaufften, die sy selbs nicht gelòst
hetten und unnder die irigen vermischten und den irhern die verkhauffen wolten, die-
selben soll khainer alain khaufweis annemen, sonder jederzeit in gleiche tailung khumen
lassen. Es soll auch khainer hie noch ausser lannds von den ledrern fell khauffen, allain
auf aingantzhandwerch,unnddas jederzeit ain zechmaisterdabei sey.
[2.] Item wann ain maister ain khauf wais inn oder ausser lannds und er darnach
ausraisen will, soll er das zuvor ainem hanndwerch antzaigen. Weliche dann darinn tai-
lung wellen haben, die sollen mit ime in mue und zerung gleicheb purde tragenb. Unnd
ob demselben ausraisenden maister auf dem wèg ichtes geferlichs zuestuennde, das er
beraubtc oder sonstc mit den felln on sein verwarlosung oder verschulldung schaden li-
181 aDarunter von anderer Hand: Item mer ain abschid von der regirung zwischen denen schuestern und
ledrernergang(en) vonwègenabschneidungorwàng, stierlingundschwàntz, vonwelichemabschiddie schues-
ter under gemainer stat gròsserm insigil ain pergamonen urkhund genomen; und stet der abschid im newen
ordnungpuech, fo. 14. Das jüngereOrdnungsbuch ist nichtmehr erhalten, siehedazuauchobenS.58.
182 aH.A.-Akten 5/1545 ursprünglich: dahinder, jedoch durch Unterstreichung getilgt und darüber: weniger.
b–b H.A.-Akten 5/1545 ursprünglich: betzalen, jedoch gestrichen und am linken Rand mit Verweiszeichen einge-
fügt: gleichepurde tragen. c–c H.A.-Akten5/1545überderZeilemitVerweiszeichen eingefügt.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen