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Nr.182–184 327
Gnèdigend herren, als ewr gnad armen und reihen des rechtens und gemains nùtz
gepunden ist, also klagen wir ewrn gnaden uber die weinherren, uber die sunthayer und
suntmerèr, das uns die verderbent mit unserm wein und schonent ewr nicht furcht noch
kainesmann inder stat.Undwosy schenkchent,damùs inainsyedenerbernpidermans
haus sein ein offens frawnhaus, da man puben und pùbine pulian hayt, und das einer
ersam lieben hausfrawn und ewr lieben kinder, junkchfrawn und knaben, knecht und
diern irs schèmlichen wesen mùssen [75v] zulugen, davon grasser schad und schant ko-
men mocht an sel und an leib und an eren und an gut, und wirt auch meniger zu ainem
eeprecher, zu einem spilèr, ludrèr und pulian und poswicht und verkauft sein hausfrawn
undseinekind,dieeree liebhatgehabt.Liebenherren,nù leytdochunsermaistenarung
an der weinwachst, da gedenkch ewr aller gnad nach und wendet den grossen schaden
unddas schemlich leben.
184.
DerRatunddieGenannten [derStadtWien] erteilendenWeinmeistern eineOrdnung.
1429April 21.
HWOBfol.75v–76r.
Parallelüberlieferung: StiBSeitenstetten,Cod.40 fol.130v–131r (CS).
Literatur:Eulenburg,Zunftwesen1314;Uhlirz,Gewerbe709;Opll, Leben2457.
Abervondenweinmaisterna
DieordnungistaufgesatztwordenvondemratunddengenantenferiaquintaanteGeorii
annoetc.XXVIIIIo.
[1.] Item von den weinmaistern ist verlassen, das man sy all fur den rat sol vordern
und daselbs swern und ir gerechtikait tùn ain(em) als gewèrtig ze sein als dem andern,
demarmenalsdemreichen, yederman,dermitder stat leidet, zedienen.
[2.] Und sol auch ain(en) yedem weinmaister vom fùder nicht mer geben denn ain
phunt phennig, davon sol er geben dem pratsneider seinen lon und sol auch davon sein
geschirr, tisch und kandeln oder wes er bedorff in ain leythaus lassen tragen, also das
der burgèr, des der wein ist, von demselben geschìrr zeb tragen nichtz geben solb, sunder
derselb burgèr, des der wein ist, sol ain koch, der im zu dem wein mit kochen dient,
nicht mer geben denn vom fuder virtzig phennig und dem weintrager vom phunt zwelf
phennig.
[3.] Es sol auch ain yeder weinmaister alle dieweilund der wein, darumb er sich hat
angenomen, nicht ausgangen ist, nindert alswo auftùn noch schenkchen, untz derselb
wein,darumber sichangenomenhat, gantz ist ausgangenc oderdasmandenzùtùt.
[4.] Undd sullen auch dieselben weinmaister nicht mer frùstukch geben denn von
alter ist herkomen, damit ain yeder burger solhs weinschenkchens mùg zukomen und
erswingen.
[76r] [5.] Auch sullen dieselben weinmaister, alspald man das liecht auszundt, nicht
mer spillen lassennochkainerlay spilnichtmithabenundsullenauchdieburgèr solh spil
in irnhewsern, soe mandas liecht auszundthate, nicht gestatten.
d T1 folgt: lyben. e T1 folgt: und.
184 aÜberschrift rubriziert. Am linken Rand daneben: Aber von den weinmaistern. b–b CS: nichts zu tragen
durff geben noch sol. c aus- über der Zeile von gleicher Hand. d CS vertauscht Artikel 4 und 5 der Ordnung
ausdemHWOBinderReihenfolge. e–e Fehlt inCS.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen