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344 VI.2.Edition
[c] Auch habent mein herren nemlich aufgesatzt und vestiklichen gepoten zu rùffen,
daz all ladnerund ladnerinn inder statund indenvorsteten [85r] noch indenkochhut-
ten kainerlay prot vail haben noch verkauffen sullen denn nùr helbert prot, das aus oblas
gepachen wirt. Welh ladner oder ladnerin oder koch ander prot vail hieten oder verkauf-
fenhaimlichoderoffenlich,demwilmandasselbprotnemenundumbsolhungehorsam
dartzu swerlich straffen an alle gnad, wan mein herren mainen, daz nicht gut ist, das der
ladner und ladnerinn so vil sein und sich auf den mùsgang verlassen, daraus allermenik-
lichen grosser schad und tewrung geet und sich bey denselben ladnern und kochen vil
unrichtigs volkhs,mannund frawen, aufhalden,dasnichtwol ze leyden sey.
197.
Der Bürgermeister und der Rat [der Stadt Wien] erteilen den Bäckern auf deren Bitte einen
Zusatz zuderenOrdnung.
1452April 14.
HWOBfol.85r.
Parallelüberlieferung:Wien,ArchivderLandesinnungderBäcker,Urk.Nr.1(Abschriftdurch
StadtschreiberFranz Igelshofer, 1541–1576).
Druck: Ressel, Bäckergenossenschaft 5f. (Abschrift). – Teildruck: Feil, Beiträge 280
(HWOB).–Literatur:Uhlirz,Gewerbe693.
Derpekhenordnunga zuesatz
Anno Domini etc. quinquagesimo secundo an freitag sand Tiburtzen und sant Valerians
tag habent die herren .. der burgermaister und der rate den pekchen durch irr vleissigen
petwillenaufgesatzt:
[1.] dasnufurbaserainyederpekchseinprotvailhabensolundmagindemhaws,da
er daz prot gepachen hat, und mit seiner sitzerin an dem Hohen Marckt1, am Graben2,
amHof3 undamKaltenMarkt4 undnyndert anderswo.
[2.] Sy sullen auch den ladnern, ladnerin, kòchen und kòchin in der stat und in den
vorsteten kain ander prot in die leden zu kauffen geben denn nur helbert prat, das aus
oblas gepachen wirt. Welher pekch aber dawider tut in aim oder menigern stukchen, der
solalsofft zupenvervallenseinzugebender stat zugemainemnutzzwayphuntphennig,
demrichtter zwenundsibentzigphennigund indie zechainphuntwachs.
[3.] Auchsullenall ladner, ladnerin,kòchundkòchin inder statundindenvorsteten
kainerlay prot vail haben und verkauffen haimlich noch offenlich denn nur helbert prot,
dasausoblasgepachenwirdet.Welhaberanderprotvailhietenoderverkaufftenhaimlich
oderoffenlich,die sullen, als offt sydasuberfarent,demrichtter zuwandel vervallen sein
zwenundsibentzigphennigundumbdieungehorsamkaitdartzugepustwerden.
Doch hat im der rat gantzen gewalt vorbehalten, die vorgenanten artikl ze verkern
undzuvernichten,wieundwennsyverlust.
197 aÜberderZeilewahrscheinlich vongleicherHand.
197 1 ZumHohenMarkt sieheobenNr.55Anm.2.
2 ZumGraben sieheobenNr.173Anm.1.
3 ZumPlatzAmHof sieheobenNr.33Anm.1.
4 ZumKaltenMarkt sieheobenNr.193Anm.1.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen