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372 VI.2.Edition
Erstlichen sollen die tuechscherer von hernach benannten tùechern alls Ennglisch,
Wàlhisch, Franntzòsisch, Pernische1 stamet, Purpian2 scheptùecher unnd Linndisch3,
von yeder elln wie bisher nit mer alls acht phennig, dergleichen von Kharasia4, Perkha-
mer5,Mechlisch6 undwas fùr tuechdieellnzusechsschillinngphennig ist,vonjederelln
nit mer dann sechs phennig, item von Nùrmberger7, Zwikhisch8 kherntùechern unnd
Khemitzer9 von jeder elln vier phennig, item von gemain trigler, Lamberger10, drysidler
unnd sonnst allen gemainen unnd schlechten tùechern von yeder elln nur drey phennig
unndnitdarubernemen.
227.
DerRat [der StadtWien] erteilt denFärbernaufderenBitte eineOrdnung.
1409.
HWOBfol.105r.
Parallelüberlieferung:T2 fol.84r.
Druck:FRAIII/10/3Nr.1574(T2).–Literatur:Uhlirz,Gewerbe623,642,673;Zatschek,
Handwerksordnungen14f.
Derverbèr rechta
AnnoDominiMoCCCCmo nonohabentdieherrendes ratsdenverbernhieainordnung
durch irerbetwillengemachtundaufgesatzt:
[1.] daz sich kain verber hie zu˚ maister setzen sùll, er kùn dann die arbait mit der
hant und bring u˚rku˚nd, von dann er herkòmen sey, daz er sich das(elbs) getrewleich und
fru˚mkleichenthaldenhab,odererbeweiseshiemiterbernleu˚tenvordemrat,undsolha-
benaineeleichweibundsolderherschaffthuldundgenadgewinnenmit ain(em)phunt
Wienner phennig und von der stat das bu˚rgèrrecht mit ain(em) halben phunt derselben
mu˚nssund solder verber zechgewinnen, als ain andermaister getanhat.
[2.] Si sullen auch under in erweln zwen maister, ob yemand zu˚ klag kèm, die ir ar-
bait beschawn, ob die gùt und gerecht sey oder nicht, und welhe arbait dann ungerecht
funden wìrt, wer die gemacht hat, der sol der arbait als lang nicht treyben, untz daz er
demklager genug tùe angevèr.
[3.] Undwerderstukchainsodermènigersubervert,dersolderstatwandelsvervallen
seinnachdes rats ratundnachgelegenhaitder sach.
227 aÜberschrift rubriziert.Amrechten oberenRand: Derverber r(echt).
226 1 Verona (mhd.oftBern), Italien.
2 Benannt nach Perpignan, Frankreich. Die Tuche stammten jedoch meist aus Florenz, wie E
,
Gewebe108,hervorhebt.
3 London,England.
4 Wahrscheinlich ein nach Kersey, England, benanntes Tuch, vgl. dazu E
, English Kersey bes.
123undpassim;der imUngarndes16. Jhs. häufigbenutzteAusdruck fürKersey-Tuchewar „karasia“.
5 Wahrscheinlich istBergamo, Italien, gemeint, vgl. dazuE
,Gewebe108.
6 Mecheln,Belgien.
7 Nürnberg,Deutschland.
8 Zwickau,Deutschland.
9 Chemnitz,Deutschland.
10 Lemberg/Lwiw,Ukraine.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen