Page - 379 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Image of the Page - 379 -
Text of the Page - 379 -
Nr.230–232 379
232.
DerRat [der StadtWien] erteilt den geschworenenVierernvordenToren eineOrdnung.
1432Mai10.
HWOBfol.112r.
Parallelüberlieferung: WStLA, H.A.-Akten 39/15.Jh. (Abschrift durch Stadtschreiber Franz
Igelshofer, 1541–1576).
Druck: Camesina, Geschichte 303 (HWOB); Rechte und Freiheiten 2, ed. Tomaschek
Nr. CXXXII (Abschrift); FRA III/9 Nr.55 (HWOB). – Teildruck: Feil, Beiträge 282
(HWOB). – Literatur: Czeike, Feuerlöschwesen 30; Opll, Zeitverständnis 44 Anm.49; Pils,
Brandgefahr187;Kowarsch-Wache,Feuerbeschau151.
Ordnungder vìrer vorden tòrrna
Anno Domini millesimo quadringentesimo tricesimo secundo an sambstag vor sant
Pangreatzentag habent die herren des rats von der gesworn vierer wegen auf die grùnt
ainordnungaufgesatzt, dapey eshinfùrbeleiben sol:
[1.] Von ersten daz vor Stubentor, vor Widmertor, vor Kèrnertor und vor Schotten-
tor1, vor yedem tor vier erber getrew mann zu vierern von der gemain daselbs jerlichen
zu Weinachten sullen erwelt und darnach des nagsten rattags in den rat bracht werden
und dasselbs ir gerechtikait tun, als das von alter ist herkòmen. Es sùllen auch alweg der
altenzwen,diedesnagstenvergangen jarsvierergewesensein,desandern jars auchdapey
beleiben und zwen new zu in erwelt werden, die nutz dartzu sein und ir gerechtikait vor
dem rat tun, das sy mèniklichen, wer sy vordert, treùlichen und ungeverlichen besichten
wellen.
[2.] Und alspald dieselben vierer gesatzt und vor dem rat ir gerechtikait getan haben,
so sullen sy dann vor yedem tor von haws ze haws geen und den richttèr daselbs zu in
nemen und all fewrstet aigentlichen beschawn. Und wo sy ungewiss oder ungewondlich
fewrstet,darausdenleuttenschadenkomenmòcht,vindent,diesullensyschaffenzewen-
den. Und welher solh ungewiss oder ungewondlich fewrstet nach irm besichtten in den
tegen, so sydarumbaufsetzent,nichtwenndet, so soldender richttèrmitwandel als offt
darzu nòtten, untz dieselb fewrstat gewendet wirdet. Desgeleichen sullen sy die fewrstet
auch beschawn jerlichen zwischen sand Giligentag [1. September] und sand Michelstag
[29. September].
[3.] Itemes sullenauchdievierer alle jar vorMittervassten [Laetare,4.Fastensonntag]
geen und besichtten ze veld all ungewondlich uberpaw, weg, rain und grèben, die stigeln
vor den weingerten; wo sy das also vindent, das sullen sy haissen wennden und verfri-
den und darumb ire march aufstossen, wie man das wennden sùll. Und wer des also ze
wenden nicht gehorsam sein wolt, das sùllen sy pringen an den richter, der sol denselben
ungehorsamen mit wandel darzu notten, das er solher beschaw genug tu und dartzu den
vierernals offt zwelif pfennig seinb vervallenb.
[4.] Item wenn die vierer gevordert werdent, vor welhem tor das sey, das sy behauste
guterbeschawnsullen, so sullen synemenyeder fur seinmueachtc pfennigc.
232 aÜberschrift rubriziert. b–b MitVerweiszeichenumgestelltaus:vervallensein. c–c Gestrichen.Linksneben
der Zeile von späterer Hand mit Verweiszeichen eingefügt: 12 den. – H.A.-Akten 39/15.Jh. zwelf pfening bereits
imText.
232 1 ZudenStadttoren sieheobenNr.165Anm.4–8.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen