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382 VI.2.Edition
entrichtts auf den statgraben an Steffans des lauttenslaher17 haus, und dasselb haus, und
wasdazwischenhewser sein,die sullenmitdenvorWidmèrtor leiden inzirken,wachten,
raisenund indas virambtdaselbs gehòrn.
[3.] Item von des egènan(ten) hern Niclasen Drugksètzen haus und da engegenùber
von des Frùdorfferb haus pey dem tor, das in der Prunnlukchen dazwischen gemacht
ist, antzuheben und niden auf dem statgraben an Steffleins, lauttenslaher, haus antzu-
heben, was datzwischen hewser sind, auch der Petlerpùhel18, durchaus paid zeilln, die
Newstifft19, die hewser vor Schottentor, die Alsserstrasse20 und die Newnburgerstrass21
gantz hinaus auf der stetten untz zu dem graben, der pey Newnburgerhof22 gegen dem
polwerchNeidegk23 ùbergemacht ist,das sol alles indasvìrambtvorSchottentorgehòrn
und in zirkken,wachtten, raisenund schùtzenmiteinander leiden.
[4.] Item alle die hewser under Newnburgerhof und vor Werdertor, undern ledrèrn,
vischèrn und flòtzern gelegen, das man auch ettlichs haisst im Obern Werd24, sullen in
dasselbvìrambtgehòrnund in zirken,wachtten, schùtzen, raisenmiteinander leiden.
b -r-korr. aus -u-.
17 Stephan Scherer, Lautenspieler, um 1400 in Wien geboren, erwarb gemeinsam mit seiner Frau Ka-
tharinadasHausaufmgrabn vordemWidmertor am7. Juli 1432undhattediesesbis zu seinemTod(vordem
21. Februar 1444) inne. Das Gebiet vor dem Widmertor war ein bei Musikern dieser Zeit beliebter Wohnort;
vgl. dazuM ,Beiträgebes. 80–82.
18 Bettelbühel,auchPetlbühel,alsBezeichnungderGegenden, indenenärmereBevölkerungsschichten
wohnten, häufiger in Wien, hier wohl auf die Gegend zwischen heute Schmerlingplatz – Josefstadt – Universi-
tätsstraße–Ringstraßebeziehend, vgl.O ,Grenzen55.
19 Neustift, imBereichderMündungderAls indenStadtgraben, vgl.O
,Grenzen54.
20 AlserStraße (WienVIII, IX),Verbindung längsdesNebenarmsdesAlserbaches,dievonderBleich-
wiese (Sensengasse/Spitalgasse) über die heutige Währinger Straße hin zum Schottentor führte, vgl. O
,
Grenzen51.
21 Neuburger Straße (Wien IX), seit 1862 Währinger Straße genannt; eine der alten Ausfallstraßen
von Wien, die beim Schottentor begann und im Zuge der heutigen Währinger Straße bis zur Burgfriedsgrenze
verlief, vgl.C
, LexikonWien4371.
22 Das Stift Klosterneuburg besaß mehrere Häuser in Wien, hier ist das Haus vor dem Schottentor
(Kreuzung Schottenring/Heßgasse, Wien I) gemeint, das vor 1292 erworben wurde, vgl. C
, Lexikon
Wien3539.
23 Das Bollwerk Neideck befand sich im Bereich außerhalb der Kreuzung Schottenring/Heßgasse
(Wien I), vgl.O
,Genzen54.
24 ObererWerd (Wien IX),begrenzt vomspäter versandetenDonauarm(heute:Liechtensteinstraße–
Börseplatz – Salzgries – Morzinplatz) und vom späteren Donaukanal; durch die Versandung des Donauarms
verschmolz er im15.und16.Jh. allmählichmitdemFestland, vgl.P
, Straßen155.ZurEntwicklungder
Donau im16.Jh. allgemein siehe auchS
–H
–H
, Floodsbes. 175–178.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen