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Nr.239–240 391
kunntschafft bracht, das er von erlichem stam geporn sey, seine lerjar ausgedinnt unnd
sich frùmbklichunnderberlichgehaltnhabe.
Unnd mainen, setzn unnd welln, das die obgemeltn artigkl all in allen und ygli-
chen stùken unnd pùnnten ganntzlich und volkomlich bey krefftn beileiben [!], vol-
furt und dawider von niemannds getan noch gehanndlt sull werdn, alles trewlich und
ungeverdlich. Davon gepietn wir den edln, unnsernn liebn getrewen .. allen unnsern
haubtlewtn, lanndtmarschalhen, grafenn, frein herrn, rittern und knechten, verwesern,
phlegern, burggraven, burgermaistrn, richtern, ràtn, burgern, gemainnden unnd allen
anndern unnsern ambtlewtn, unndertan und getrewn und besunnder den ersamen,
weisnn, unnsern besonnder lieben und getrewen .. dem burgermaister, richter, ratt unnd
unnsernburgerngemàinklichhiezuWienn,gegnwarttignunndkunftign,ernstlichunnd
vesstiklich, das sy die obgenanntn unnser pognner bey den vorgemeltn artikln und frey-
haiten von unnsern wegn hannthaben und schermen und sy dawider auch dise unnserj
bestàttung, vernewunng und lewtterung nicht dringen, bekumern noch beswàrn noch
des ymannds anndrn ze tùn gestattn in kain weise, als in alln und ir ydm insunder sey,
unnser swàreungnadzuvermeiden.Dasmainenwir ernstlich.
Miturkunddesbriefs, gebnzuWiennansambstagnachdesheiligennKrewtztagEx-
altacionis nach Kristi gepurde virtzehennhunndert unnd in dem ainsunndachtzigistnn,
unnsers kaisertumbs im dreyssigistm, unnserr reiche des Romischn in zwayunndvirtzi-
gistnnunnddesHunngrischnn imdrewunndzwaintzigistnn jarn.
240.
DerRat [der StadtWien] erteilt denPaternosterern eineOrdnung.
1435August 20.
HWOBfol.119r.
Regest: Uhlirz, Urkunden 1 Nr.13.976. – Literatur: Uhlirz, Gewerbe 689f.; Neumann,
Kleinkünste594f.;Zatschek,Handwerksordnungen26.
Derpaternostrèrordnunga
Anno Domini etc. tricesimo quinto des sambstags nach unser Frauntag Assumptionis ist
vondemratdenpaternustrernainordnunggemachtwordenalso:
[1.] Es sol kain paternustrèr sich hie zu maister setzen, er bring dann ee urkund, von
dann er komen sey, das er sich daselbs erberleich und frumkleich enthalden und seine
lerjar ausgedient hab, oder er beweis das hie vor dem rat mit erbern leawten, und das er
auchain eleichweibhabundburgerrecht gewinnmit aimhalbenpfundpfenning.
[2.] Sy sullen auch under in erwellen zwen maister, die erber und getrew sein, die
in der rat bestetten sol und die versùhen sùllen, die sich zu maister setzen wellent, ob si
maistermùgengeseinodernicht.
[3.] Was gesst mit dem hantwerch herkòmend, das sullen sy nynndert verkauffen
denn indenhewsern,da sy zuherberg sein.
j Korr. aus unnd.
240 aÜberschrift rubriziert.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen