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394 VI.2.Edition
gwanntkassten,dergùtundgerecht sey,als ainemmaisterstukhzùgebùrt, auchfùess, zyn-
nenundzwifachbeystùdl, gesnittennvon lawbodermass.Er sol auchhaben indermitte
ainen gùrt mit schùblàdlein und vier thùr eingefasst, alles von gùtem, herttem raidem-
holtz unnd wider hertt darauf geformirt, innwenndig an ainem ortt mit aim allmàrlein
unnd in der almar mit ainem geschobenn ladlgeschirr. Zu dem anndern ainen schreib-
tisch, der gut und gerecht sey, auch wie ainem maisterstukh zùgehòrt, mit ainem plat,
oben èbenn eingefasst, mit ainer truchen unnder dem tisch, auswenndig gesnitten von
lawb oder mass, innwenndig mit newn ladlein, unnd unnden im gestèll mer mit ainer
trùchen, alles auch von gutem herttem holtz unnd darnach wider hèrrtt auf das plat ge-
formirt; welche zway maisterstukh ain yeder inner jarsfrist, so er burgerrecht gewynnt,
machen unnd ausberaitenn sol. Es sol auch diser maisterstukh dhainer, er sey ains mais-
ters sùn oder er nem ain wittib auf dem hanntwerch, als offt das beschiecht, gefreyt sein,
sundermit ainemalsdemanndernngehaltennwerdenn.
Dochhat imederratevorbehaltenn,diseordungfurbaserzumynndern,zumernoder
gar aufzuhèbenn,wieunndwenn inedes verlusst.
244.
DerRatderStadtWien erteilt denGesellenallerHandwerke eineOrdnung.
1439 Jänner22.
HWOBfol.121r–v.
Teilabbildung:Uhlirz,Gewerbe632;Opll, Leben1141.–Literatur:Uhlirz,Gewerbe614,
631, 634; Hollnsteiner, Lehrlings- und Gesellenwesen 76f., 79f., 110; Zatschek, Handwerk
174f., 179; Hülber, Arbeitsnachweise 11; Reininghaus, Ganzes Haus 67; Reininghaus, Ge-
sellengilden92f., 159,165;Opll,Zeitverständnis 46Anm.87.
Ordnung,die gemacht ist vonderhantwerherknechtt, daz si anehaftenotnicht feyrn
sullena
AnnoDominietc. tricesimononoanphintztagvor sandPaulstagderBecherungundbey
zeiten des edeln, vessten ritters hern Hannsen des Stegèr, burgermaister und kellermais-
ter, habent die herren des rats der stat hie zu Wienn durch gemachs und gemains nutz
undfrumenswillendergantzenstatmenigaufgesatztundvestigklichengebotenundallen
hantwerchèrn und irem gesinde die hernach geschriben artikel lesen lassen in offem rat
undwellent:
[1.] daz furdenheutigen tagdiehantwerhèrknechtt keinen irenwerchgenossenalten
noch jungen nicht mer ausblaytten noch einblaytten noch schenkchen sullen an ainem
werchtag.Aberwennfrombdknechttherkomentanainemwerichtag,welichshantwerchs
sy sein, so mugen zwen der maisterknechtt desselben hantwerchs, die hie sind, den oder
dieselben fròmbden knechtt zu ainem maister pringen und vor und nach darauf nicht
feyren. Wellent sy in dann schenkchen oder yemant ausblaytten, das [sollen sie] tun an
ainem feyrtag, damit der maister arbait nicht versawmbt werde, und daz auch also ein
yeder knecht bey demselben tag wider an sein hèrberg kòme und sein maister mit dem
essenauf innichtbedùrff zuwartten.
244 aÜberschrift rubriziert.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen