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396 VI.2.Edition
[2.] Item von alten sparn kùrtzer ze machen und wider austzubraitten, davon sol der
londemmaister gevallen.
[3.] Item wenn ainer newe sparleder an zwen alt sparn machen lèt und ettwann auch
puchstabenvondenalten sparlederndaraufbeslahen lèt,wasainerdavonzu longibt,das
sol auchdemmaister voligenundnichtdengesellen.
[4.] Item wenn ein fròmbder gesell stùckhwerch herpringtt unausbraitt, es sey ains
oder menigers, die sol derselb gesell dem maister, dartzue er kùmbt, zu chauffen geben
nach rate und schatzung der zechmaister oder der beschawmaister auf dem hantwerch.
Brècht aber ainer ausberaitte stuckh her, die sol er die beschawmaister am ersten be-
schaun lassen, ob die gut und gerecht sein, dann so sol er sy die maister all anvaillen und
in die nach irem wert zu kauffen geben an gevèr und nyemant anderm; mòchtt er aber
sichumbdenkaufmitdenmaisternnichtgeainen,oderdas imdiemaisternicht zeitlich
mitkauffen wolten, so sol und mag er dann dieselben stuckh wider von hinn fùrn oder
hie andern leùten verkauffen, wem er wil, als ein ander gast, und sol die in ains maisters
werchstatnicht vail haben.
[5.] Itemes sullenauchdiegesellenandernfròmbdengesellen,diedaherkòment,nu˚r
an den veirtègen schenckhen und nicht an den werchtègen. Desgleihen wann ainer von
hinn wanndern wil, so sullen sy denselben auch nur an dem veirtag und nicht an den
werchtègenausbelaitten, als das vormalnallenhantwerchgesellengepoten istund indem
statpuchgeschriben stet1.
[6.] Itemes sol auchainmaister seinengesellen inseinerwerchstat sumerundwintter
allewerchtèg, sonichtaingepotnervasstag ist,vìrstundzuessengeben,alsodaser imsun-
derlichgebensolvonOsternuntzauf santMichelstag [29.September] zudemfruestuckh
und zu dem undtarn yedem gesellen zway air und von sand Michelstag untz auf Ostern
zudemfruestuckhainemgesellen [122v] auchzwayairoder aberdafur ainfleischsuppen
undain stuckhfleischdartzue,undzudemundtarn inderselbenzeitnu˚r kèsundprot.
[7.] Itemsysullenauchdengesellenzwir inderwochendiehaubt twahen lassen,und
darumb sullen sy auch irn maistern in allen zimlihen dingen gehorsam und irer arbait
fleissig sein, als ein yeder geselle selbs gern wolt, das im auch also geschèch, wan er ze
maisterwurde.
[8.] Item wenn ain gesell seins lons ettwevil auf seinen maister erspart hat und von
dannwanndernwil, so sol erdasdenmaister vorhinvìrtzehen tagwissen lassen,das er in
derselben zeit umb das gelt trachten mùg und den gesellen des entrichtten sol an lenger
vertziehenungeverlich.
[b] Hie sindvermerkchtdie stuckh, vondendie gesellen ir trinckgelt undpessrung irs
lonshaben sullenc
[1.] Item inainen sparringkenaindornundainplech zemachen.
[2.] Itemvonalten sparnund stegraiffen ze richtenundaustzewischen.
[3.] Itemsparlederkùrtzer zemachen.
[4.] Itemvonkeuffenausderwerchstatdas tringkgelt.
[5.] Itemanaimsparnnaistal zemachenundanainemstegraiff stollen zewellen.
c Knappunterhalbdes obigenTextblocks,Überschrift rubriziert.
245 1 Gemeint istwohldieOrdnung fürdieGesellenallerHandwerkevon1439, sieheobenNr.244.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen