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408 VI.2.Edition
herkomenwegengernhaldenwellen.Undmainentauchdiegesellennochhinfurpey irer
samungkainenmaisternicht zuhabenausdenmaisternderpekchen.
Dassetztendiemaisterzudenherrendesrats,obsypillichpey in in irer samungalbeg
sein sullen, wenn sy peyeinander sind oder nicht, wan die maister mainten und hofften,
sywèrnpillichpeydengesellen inaller irer gehaimundràt, als offt desnot geschech.
[12.] Auchlegtendiemaister fùr,dasdiegesellnkainenknecht indiezechzuchauffen
mitwachsnochmit geltwider altesherkomenùberhòhennochbeswèrn soltenetc.
Darauf antwurttendie gesellen,das sydas gern tùnwolden.
[13.] Sunderlichgabendiegesellnzuerkennen,das solichnewungundobgemeltklag
von irenmaistern,dieweil sy invenknùssgewesenwèrn, auf sy ertichttundgemachtwèr,
und das sy sew in der venknùss damit nòtten und betwingen wolden, auch sy anders
aus der venkchnùss nicht nemen haben wellen, denn sy versprechen, in solichs ze tu˚n,
und paten darauf mit fleisse, sy pey altem herkòmen und gewonhaiten noch zu halden,
auchdarinngemainennutz zubetrachtenundsynicht zubeswèrn, sunderpàser fùrzene-
men,wennsydas zudiser zeit ertzellenkunden,daswolden symitdiemùtigemfleis gern
verdiennen.
Das habent die maister widersprochen, doch habent sy sich umb den artikel paid tail
aintrèchticlichen veraint und hinfur ain tail dem andern mit fleisse zu diennen und das
von kainem tail hinfur gegen dem andern geèfert sol werden, sunder yeder tail hinfùr
gemainenerbernnutz fur sichnemenundbetrachten sol getreulichundanalles gevèr.
Alsohabentesmeinherrenderburgermaisterundder rat indas statpuchgeschafft zu
schreiben.
256.
a) Die Schlosser beklagen sich beim Bürgermeister und beim Rat [der Stadt Wien] über den
KrappenmacherFritzHagendorn.
[vor1449Juli 15].
HWOBfol.135r.
Teildruck:Uhlirz,WienerBürgerWehrundWaffen136.–Literatur:Uhlirz,Gewerbe661f.
SlosserklagùberFritzenHagendorn,krapenmacher
Ersamen, weisen, gneadigen, lieben herren her burgermaister und all herren des rats. Wir
geben ewern gnaden zu erkennen, das Fritz Hagendorn nicht anders kan dann slecht
krappen machen, das ain zugehòrung ist unsers hantwerchs, und zwain maistern under
uns darauf gedint und nichts anders gemacht hat dann krappen, in dem nagstvergan-
gen Vaschang hie geheirat und sider Ostern untzher unser hantwerch gearbaitt hat und
maint, ain maister unsers hantwerchs zu sein mit dem ainigen stuck krappen machen,
und wil doch das hantwerch nicht beweisen, das wider unsers hantwerchs ordnung und
alt herkomene gewonhait ist, die in ewerm statpuch zu gedechtnùss geschriben stet,
das uns merklich scheden pringt, biten wir ewr gnad diemùtigklichen, so pest wir mù-
gen, dieselb ewr gnad welle geruhen, darob und daran zu sein, damit wir bey unsers
hantwerchs ordnung in ewerm statpuch geschriben gehalten und dawider von dem vor-
genan(ten) Fritzen Hagendorn also nicht beswèrt noch gedrungen werden, und das ewr
gnad ain(em) solhen, der unser hantwerch gèntzlich nicht kan noch beweisen mag, das
hantwerch recht lernen und das beweisen lass, als unser yeder tun mu˚s nach ausweisung
unsers hantwerchs ordnung, damit mènigklich mit arbait versorgt und unser hantwerch
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen