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426 VI.2.Edition
[2.] Itemdas si auch jerlichunder in erwellen zwenzechmaister, die inder ratbestet-
ten sol, die dann ir arbait beschaun sullen, si sey hie gemacht oder herpracht, das die gùt
und gerecht sey und der stat, landen und leùten nùtzlich, also das si damit aufnemen an
ern, lobundgùt.
[3.] Undwelher alsomaisterwerdenwil, der sol seinmaisterschafft beweisenvorden
zechmaistern und machen kunnen die vir stukch: des ersten ain hèreins sib zu malgùt,
itemainsibzugewùrtzundainpar sibvonzaynwerch,dasdenpekchenzumùlzùgehòrt.
[4.] Itemdasauchdieselbenzwenzèchmaister ir zechpùchsen innhabenunddasgelt,
sodareingevellet, innemenund treulichaufsehen sullen.
[5.] Was pòdem oder anderer beraiter arbait von den gesten herpracht wirt, das die
nicht verchaufft werd, si haben dann dieselben zechmaister vor beschaut, ob die gerecht,
nutzundgùt sey,dannsomùgensidie verchauffenanderherberg,da si zuherberg sind,
undnindert anderswo.
[6.] Undwelhermaister auf irmhantwerch solhherprachte arbait furchaufft oderwo
die egenan(ten) zechmaister fundenainwerch,dasnichtgerechtwèr,das sullen sinemen
mit des burgermaisters diener zu der stat handen und dem richter sein wandel davon
gevallen lassen. Sprèch aber ainer oder menigera, man het im unrechtlich beschaut, und
wolt seinwerchgerechtmachen,des solman imstat tùnvordenandernmaisternallen.
[7.] Es sol auch ir kainer umb werchtzeug nicht austziehen an der andern wissen.
Welher aber under in umb werchtzeug austziehen wolt, der sol das die andern maister
in der zech vor wissen lassen. Wer dann sein gelt mit im wagen wìl, was dann darumb
gechaufft und herpracht wirt, das sullen dieselben miteinander taillen; welh aber ir gelt
nichtwagenwolten,die sullenkainen tail darinnhaben.
[8.] Auch sullen die hèsiber und reùttrèr òrdenlich peieinander steen in [145v] der
wochen zwir an den zwain markttègen an sant Petersfreithof1 und da ir arbait vail haben
und verchauffen und nindert alswo, als von alter herkòmen ist, undb sullen auch furan
ainhantwerchseinundyedermaistermagsybaidearbaitten,dochwelher sichzumaister
setzenwil, der soldashantwerchbeweisen,wie erdasmitderhannd, es seyhesiber-oder
reyterberg, ir ains oder si baide gelernet hat, als yedes hanntwerchs sit und gewonhait ist
ungeverlichb;unddasauchsustnyemantdashantwerchtreibnochhandldennderesmit
derhandmachenkan.
[9.] Es sol auchainyederhèsibernùr ainen lerjungerhaben.
[10.] Undwasauchwerchtzeugs, sozuirmhantwerchgehoret,herprachtwirtals ross-
har und zargen, das sullen die gesst die hieigen maister am ersten anfailln, die den dann
under sich in geleihen tail taillen sullen. Ob aber ettlich under in so vil nicht zu betzalen
hieten, die sullen des nemen, als vil si zu betzaln habent ungeverlich. Wolten si aber den
gesten nicht zeitlich mitkauffen, so mùgen si solhen werchtzeug verrer verchauffen, wem
siwellen.
276 aDanach ein unnötiger er-Haken. b–b Am linken Rand daneben von gleicher Hand mit Verweiszeichen
eingefügt.
276 1 ZumPetersfriedhof sieheobenNr.222Anm.6.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen