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Nr.279–281 431
das solh hònig mit der stat tùnnen, die auch dartzu˚ gemacht und geben sein, gemessen
und mit bewtlen wol gemaischt und angestossen sey, dadurch nyemants betrogen werde.
Es sol auch hinfùr nyemands gestatt werden, kain hònig ungemessens noch an der un-
derkeùffl, messer und beschawer wissen ze kauffen, damit der stat die ordnung und mass
dadurch nicht entzogen werde, und daz auch der stat von yeder tunnen, als offt die ver-
kaufft wirdet, vir phennig, den messern und beschawern, so das hònig gemessen wirdet,
auchvirphennigunddemunderkeùfflzwenphenniggevallenundgebensolwerdenund
nichtmer,unddaz sùllendiekaufferundverkauffer yeder tail halbs gebenungevèrlich.
[2.] Itemauch ist fùrgenomen,dasalleshònig, sovongesstenzeverkauffenherpracht
wirdet, nu˚ hinfùr in kain gasthaws oder andern ennden gefùrt noch nidergelegt sol wer-
dendannaufdenKamerhof1, da es vail steen sol, untzdasdaz verkaufftwerde.
[3.] Itemauchist fùrgenomen,washònigsandenmarktprachtwirdet,dasmùgendie
metleitgebenund letzelter kauffennur zu irnnotdùrftenundverrernicht ze verkauffen.
[4.] Item auch ist fùrgenomen, so hònig herbracht wirdet, daz denn das die messer,
beschawerundunderkeùffldenmetleikebenund letzelternzuwissen tùn,alsofft sichdas
gepùrt, damit si solh hònig veraintlich miteinander kauffen und das auch ungeverlichen
undereinander tailn und die sachen also miteinander handln, damit kain tail fùra den
andernnicht verkùrtztwerdenochabganghab,dochnu˚runtz auf irnotdu˚rfft.
[5.] Item auch so ist darnach fùrgenomen, ob metleikeben, letzelter oder purger hò-
nig auf den jarmèrkchten oder andern ennden kauffen und daz her in ire hewser fùrn
wu˚rden, das si dann sòlh hònig nicht abladen noch einlegen sùllen, si sagen denn das ee
aufdashaus anundgebender statdaselbs vonyeder tunnvìrphennig.
[6.] Item es ist auch fùrgenomen worden, das kain metleigeb oder letzelter nicht mer
hònigkauffen sol,dannwes si zu irernotdu˚rftbedùrffen,undauchnyemandswiderumb
rauchs hònig, es wèr von gantzen oder halben tunnen, noch sùst in dhainer andern weis
verkauffen sùllen, ausgenomen gesaimbts hònig, das [149v] mag ir yeder nach der èch-
terin wol verkaufffenb, als offt sich daz gepùrt. Welher aber anders darinn handln wu˚rde
dannobenbegriffen ist, dasdann solhhònig indiehannsverfallen sey.
[7.] Item es ist auch fùrgenomen, welher burger oder gast, die hònig ze verkauffen
herfùrten, sòlhvorgemelt artikelundordnungùberfùrnunddaranbegriffenwu˚rdenund
derhannsgrafdaraufkèm,denselbenmagersòlhhònigzuunsergnèdigistenherrenkùnig
Lasslabsundder stathandennemen.
[8.] Item daz auch sòlh ordnung zu ainer gedèchtnùss in das statpu˚ch ingeschriben
unddenmetleitgebenundletzelternsòlhsainaustzuggebenwerde,damit sysichdarnach
wissen ze richten.
Doch hat im der rat gantzen und vollen gewalt vorbehalten, die vorgenan(ten) artikl
zemynnernundzemern,wie si des verlusst an irrung.
281 aAufRasur.Um1600korr.aus:wider. b ver-überderZeilevongleicherHandmitVerweiszeicheneingefügt.
281 1 Kammerhof(WienI), frühereBezeichnungdesWildpretmarktes,wahrscheinlichabgeleitetvondem
Gebäude Bauernmarkt 3/Brandstätte 7, das bis in das 13.Jh. Sitz der herzoglichen Finanzverwaltung war, vgl.
P
, Straßen157.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen