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432 VI.2.Edition
282.
DerRat [der StadtWien] erteilt denÖlernaufderenBitte eineOrdnung.
1455Februar21.
HWOBfol.151r.
Druck:Feil,Beiträge285.–Literatur:Uhlirz,Gewerbe665.
Annoa Domini etc. quinquagesimo quinto an freytag vor sand Mathiastag, des heiligen
zwelfpoten,habentmeinherrenderburgermaisterundder rataufderòleranpringenund
durchgemainsnutzwillen inainordnunggemachtundgesatzt, alshienachbegriffenwir-
det:
[1.] Vonersten so ist demweger ernstlichgesagtundempholhenworden,das er in ir
unslid, smer und pech fùrderlich abwegen und die knechtt dartzu˚ halden sol, das si in ir
gu˚t auch fùrderlichhaimfùrn sùllen.
[2.] Item es sol auch der weger weder magòl, hanifòl noch ander gu˚t nicht mer fùr-
kauffen.
[3.] Itemes sol auch smerundunslidandiewagnichtverkaufft, sunder es sol vorhin
in dem waghaws1 an der fronwag abgewegen werden; dann hanifòl und magòl, das wirt
gemainklichverkaufft tunnengeweisundnichtmitderwagodergar selten.
[4.] Item si sùllen auch jèrlich zwen erber mann zu beschawern setzen und in den
rat pringen, die in der rat bestètten sol und ire phenbert irer handlung beschawn und
darauf sehensùllen,dasalle sòlhephenbert, smer,unslidander fronwagundnicht inden
hewsern abgewegen werden. Und welher seine phenbert dahaim abwigt und nicht an die
fronwag pringt, wo das mein herren .. der burgermaister und der rat erinnert wirdet, der
soldarumbgestrafftwerden.
[5.] Item als sy habent fùrpracht, das nyemant hie òl ausstreichen sùll dann die òler,
als das von alter sey herkòmen und als si des ain(en) brief haben von weilent unserm
genèdigistenherrenkùnigAlbrechten2 seliger gedèchtnuss etc.
Darauf habentmein herren fùrgenomen, das diepurgèr hie zu Wienn, diedas pèmòl
habent, dasselb òl ausstreichen und verkauffen mùgen pey aim virtail ains zenten und
hinùber und darhinder nicht, als das auch des egenan(ten) unsers genèdigisten herren
kùnigAlbrechts sendbrief, derdarnachausgangen ist, innhelt, undkainanderòlnicht.
[6.] Itemsy sùllenauchall anden feyrtègen feyrn, alsdasvormalnberùfft istworden.
Doch hat im der rat gantzen gewalt vorbehalten, die vorgenant ordnung ze verkern,
zemynnern, zemernnachgelegenhaitder sachodergantz abtzenemen,wieundwannsy
des verlust analle irrung.
282 aÜberdemgesamtenEintragmittig von spätererHand: Òler. SiehedazuobenS.67.
282 1 Waaghaus, ein städtisches Gebäude, in dem geeichte Waagen für Handelsgüter standen, gelegen in
derheutigenRotenturmstraße19/Rotgasse6 (Wien I), vgl.C
, LexikonWien5564.
2 SieheuntenNr.283.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen