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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Page - 434 -
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Page - 434 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)

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434 VI.2.Edition hochweisen herrn Sebastian Schrantz, Ròmischer khunigclicher mayestat etc. rat unnd burgermaister, unnd der rate der stat Wienn etlich articl, zuesatz unnd erleùtterung in der òller ordnung stellen unnd inc irer gn(aden) hanndtwercherordnungpuech schreiben lassen, lautundwiehernachvolgt: Nachdem ain guette zeit her glaubwirdig unnd augenscheinlich fùrkhumen, das in der stat gar zum offtermalln grosser manngl an kherzen erschinen, das auch die kherzen sogleichbefundenunfleissig,unsauber, [152r] schmekhent,abrinendunndunnutz,wider der òller alt ordnung gemacht unnd inner- und ausserhalb der stat iresd gefallens und nit nach der satzung hauffenweise verkhaufft und also damit menigclich betrogen worden; zudem sich etlich arm wider die reichern òler seer beclagt, wie sy umb ir gelt neben inen den reichernkhainunnslidbekhumenmòchten,mitbitt hierinneneinsehungze thun. Darauf ist durch ermelt burgermaister und rat von gemaines nutz wegen und zu er- haltung gehorsam, ainigkhait und guetter ordnung in gegenwurt aller òller anheut in sitzendemratbeschlossenund inenmit allemernnst auferlegt: [1.] das sy der alten òler ordnung im statbuech alhie eingeschriben genntzlich nachkhumen und darwider nit hanndlen, auch alles unnslit, so vil hie zu behkumen, gegenyedesparerbetzallung treulichundungeverlichmiteinannder taillen. [2.] Item die òler sollen auch das dochtgarn zu allerlay kherzen yederzeit sauber sechtln, woschen, plewen und dermassen aussieden und zuerichten, damit khain agen darinenbeleibe. [3.] Unnd dieweill hievor durch den herrn oberstatcamrer denen òlern und jedem besonnderdie schnidpretternachder statmassundmitder statmarchgeprendtvonneu- em zuegestelt worden, darauf allerlay sort kherzenleng underschidlich geschnitten und vertzaichnet sein, so sollendiemergemeltenòller zudenenviererinkherzen,dervierumb ain phennig gegeben werden, yeder kherz besonder zwen fàden zwifach oder vier fàden ainfach nemen. Item zu denen dreyerin kherzen, der drey umb ain phennig verkhaufft werden, drey fàden zwifach oder sechs ainfach. Item [152v] zu denen zwaierin oder hel- bert kherzen yeder vier fàden zwifach oder acht fàden ainfach. Item die nachtkherzen, phennigwert- und juristenkherzen sollen gemacht werden von lautterm, schònen, khlai- nen, gesott(enem) unnd geplaichten garn und yede drey fàden zwifach und sechs fàden ainfach, und all sort obgemelter unnderschidlicher kherzen die recht angeschnitten leng und maß haben, aber das phundt yetzermelter nacht- und juristenkherzen mùgen sy al- beg umb ain phennig theurer dan der andern sort geben. Unnd nachdem das phundt kherzen diser zeit umb zwelf phennig erkaufft werden mueß und die viererin im machen zukhlaingerietten,derhalbensollendieòler solichviererin,bißdasphundtachtphennig gilt, zu machen unverpunden sein. Sonnst aber sollen sy die òler aller annder obgemelter kherzen unnderschidlich sorten (wie obstet) ain beniegen machen unnd dieselben nach dem phundt, halben phundt unnd phennigwert menigclich verkhauffen und dermassen bedacht sein,damit ankherzen inder stat entlichkhainmanngl erscheinenochentstee. [4.] Dann welcher oder weliche òler der alten und diser gemertere irer ordnung nit gànntzlich nachkhumen, ainen oder mer articl darinen uberfùeren und nit stàthielten, wie sich das zuetrueg und sy darob betreten wurden (derhalben sunder aufseher numals c H.A.-Akten 1/1547 a folgt gestrichen: das statpuech, links neben der Zeile mit Verweiszeichen eingefügt: irer g(naden) handwercherordnungpuech. d Nach H.A.-Akten 1/1547 a; HWOB: ire. e H.A.-Akten 1/1547 a korr. aus: gemelter.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Title
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Subtitle
(1364–1555)
Author
Markus Gneiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Size
17.3 x 24.5 cm
Pages
674
Keywords
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
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