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Nr.284–285 435
schon bestelt und verornd sein), gegen dem oder denselben ungehorsamen òlern wirdet
mit straff leybsundguetsunablàslichverfarenunndhierinenkhaines verschonet.
Dochbehalten inenofftgedachtherrnburgermaisterunndratbevor,diseordnungf zu
mindern, zu meren oder zu verànndern, wie sy verlustg unnd nach gelegenhait yederzeit
dienotturfft erforderth.
285.
Der Bürgermeister und der Rat [der Stadt Wien] erteilen eine Ordnung, den Weinausschank
betreffend.
1459August 18.
HWOBfol.153r–154r.
Druck:Feil,Beiträge286(irrig zu1459August25).–Literatur:Feil,Beiträge267;Uhlirz,
Gewerbe709;Perger,Weinbau214.
Hie ist vermerktdieordnung, someinherrenderburgermaisterundder ratgemachtund
gesatzt habent von der weinmaister und weinschenkchens wegen hie zu Wienn, als das
hienach geschriben stet, anno Domini etc. quinquagesimo nono an sambstag vor sand
Bartholomestag:
[1.] Von ersten sullen acht weinmaister sein, die sullen den umbgang haben in den
virtailn der stat auf ain yede quatember und mèniclichen darinn schenkchen, der ir be-
gert. Und wann ir ainer in seinem virtail nicht dinst hat, so sol er seinem mitgesellen
helffenausschenkchen indemselbenvirtail, untzdaz er ainendinst gewynnet.
[2.] Item sy sullen ir schenkchkandl zu halb zehnerin machen lassen mit gesatzten
negeln und den gantzen tag dieselbig mass geben und kain geoffere kandl haben noch
fùrsetzenvoressensundnachessensdengantzen tagunddartzu frùstukchgeben, als von
alterherkomen ist.
[3.] Item das gelt sol nechtiklichen dem herren oder der frawn im haws verpetschadt
gelassenundnichtdaraus tragenwerdennochdas gelt erklauben indhainerweiss.
[4.] Item man sol ainem weinmaister nicht mer zu lon geben denn vom fuder VI
ß. den., davon sol er dem protsneider seinen lon geben und sein geschirr, tisch, penkch
undkandloderweserbedorff in sein leithaws tragen lassen,undderpurger,desderwein
ist, sol ainemkochgebenzu lonvonfuderXLden.undainemaufftragervomphuntacht
phennigundnichtmer.
[5.] Itemobainburgeroderhantwerheraufdieklainmassschenkchenwoltanain(en)
weinmaister, der mag das wol tun, doch daz er nyemt frombden weder auftragen noch
freihait zu einladen noch zu andern dinsten dartzu nicht nutz, sunder allain sein gedingt
knechtt,die in seinemprotund jarsold sein;undwerdawider tùt,deswein sol zugemai-
nemnutzder statvervallensein,unddie frombdenknechtt,diealsodartzudienen, sullen
f H.A.-Akten 1/1547 a folgt gestrichen: jederzeit. g H.A.-Akten 1/1547 a folgt gestrichen: wie es, über der Zei-
le ergänzt: und. h H.A.-Akten 1/1547 a am rechten unteren Rand der Seite: Dise ordnung ist den(en) òlern
anheut offentlich im rat furgelesen u(nd) bevolhen ins statpuech ze schreiben, auch innen im ernst aufgetragen
worden, derselben òler ordnung nach verscheinung 14 tag ghorsamblich nachzukhumen u(nd) derhalben aus-
zug zu nemen bey der straff darinen vermeldet, sambstags, d(en) 3. Decembris a(nno) [15]47. – H.A.-Akten
1/1547 b fol.5r folgt: Also stet es zue Wienn in der hanntwercher ordnungpuech geschriben; fol.7v folgt: Also
stet es inder vonWiennhanndtwercherordnungpuechgeschriben.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen