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436 VI.2.Edition
gepustwerdenaufdempranger1,wanndenweinmaistern in irambtnyembtgreiffensull.
[6.] Item ain yeder auftrager, so er in den keller geet, sol er ruffen: Zeuch an den
wein, und der leitgeb sol denn den wein in ain(en) angster lassen und dem auftrager sein
schenkkandl furderlich und ordenlich fullen untz an den nagl, damit den lewten an der-
selben mass nicht entzogen werde. Es sol auch kain auftrager gevèrlich mit kainer lern
schenkchkandl ausdemkellernochdareingeen,damitdie lewtnichtbetragenwerden.
[7.] Item man sol auch in kainem leithaus schrein: Zeuch an den wein, denn darinn
manauf frustukch schenkt.
[8.] Item und ob yemand dem andern in sein leithaus gieng, er sey purger, hantwer-
her, gast oder wèr der sey, der mit fròmbder und unverstentiger red oder mit verkorten
worten den lewten ire leithewser òdet oder den wein verslùg, wer des ubervarn wirt, der
istder stat zugemainemnùtzalsofft vervallenXtl.den.unddemrichtter III tl.den.;hat
er aberdes geltsnicht,manpuss in an seinemleibnach rats rata.
[153v] [9.] Itemall leitgeben,dieumblonschenkchen,sindfùrdenratervordertwor-
den und habent dem rat gesworn, daz sy alles das gelt, daz umb wein dem leitgeben zu
handenkumpt,demherrn treulichundungeverlich antwurttenwellenanallenabgang.
[10.] Item es sullen auch die leitgeben menìclichen zu schenkchen gehorsam sein, er
well auf frustukch oder auf poten schenkchen. Wer des wider sein wolt, der sol darumb
gepustwerdennach rats ratunddemrichtter als offt zupenvervallen sein I tl. den.
[11.] Item es sol ain yeder weinmaister und die im in dem leithaus helffen dienn alle
unordnung in den leithewsern nach irm pesten vermùgen understen. Undb wer dawider
tèt, des sy nicht understen mòchten, das sullen sy an den herrn, des der wein ist, prin-
gen, der mag das selber understen oder an den burgermaister oder richtter pringen an
vertziehen,diedasdann straffen sullen.
[12.] Item ob der weinmaister ainer oder meniger wider die ordnung tèten, der sol
kain ander puss haben, denn das er von dem ambt sol gesetzt werden ain gantz jar und
innerderselben jarsfrist nichtmer aufgenomenwerden.
[13.] Itemes sol auchainyederweinmaister alledieweilundderwein,darumber sich
hat angenomen, nicht ausgegangen ist, nyndert anderswo auftun noch schenkchen, untz
derselbwein,darumber sichhat angenomen,gantz ist ausgegangenoderdasmandenzu
tut. Und wer auch ainem weinmaister des ersten umb dinst zuspricht, dem sol er auch
diennbeyder vorgenan(ten)peen.
[14.] Tutaberainauftrageroderpoltzraiher,kochoderprotsneiderwiderdie egenant
ordnung,den solmanals offt aufdenpranger setzenoder gebdemrichtter II tl. den.
[15.] Item es sol kainer hie weinmaister sein noch dartzu aufgenom(en) werden, der
in ainemherrenhaws zuherberg seyc.
[16.] Itemes sol auchkain leitgeboderwerweinschenktkainander laubaufstekchen
denn tangrassèch. Welher aber ander laub aufstekchen wurde, den sol der richtter mit
demwanndldarumbpùssen.
285 aIrrig: rats. b Danach irrig nochmals: und. c Danach Rasur, Buchstaben jedoch noch leicht erkennbar:
Itemes sol auch.
285 1 ZumPranger sieheobenNr.184Anm.1.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen