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Nr.287 439
dasgeschiecht,unddemstatrichterLXXIIden.,daraufdanndesrichtterdienermitsambt
den zwain herrn treulich aufsehen sullen, und das darumb daz yedem mann gleiche und
rechte wag geben werde, und sullent auch das fleisch hoher nicht verkauffen denn es in
gesetztwirdetbeyder vorgeschribenpeen.
[5.] Item ob sich die fleischhakcher solhs satz des fleischkauffs beswèrt deùchten, das
mùgen sy pringen an den burgermaister und den rat, die sullenn denn zu den zwain
ordnen vir aus in des rats, die sullen denn sehen auf den kauf des viechs, oder, ob sein
not wirdet, ettlich ochsen kauffen von [155v] gemainem gut der stat und selbs lassen
slahen, wegen, verkauffen und also mit den fleischhakchern ain abteihung und ein trews
uberslahen tununddannnach solher abteyhungainengewondlichenund trewenaufsatz
tun,wiemandasphuntgeben sull undmùg,damitdenfleischhakchernnochgemainem
volkchkainbeswèrungdadurchnicht geschehe treulichundungeverlich.
[6.] Itemundalsobengeredtundordnunggemacht istvondes rintfleischwegen,also
in solher maynung sol treulich nachgegangen und kauf nach dem phunt gesetzt werden
und das kelbrein, kastrawnein und sweinein fleisch nach gelegenhait der zeit und auch
deskaufsdes viechs inmaynung, als vorberurt ist.
[7.] Item es sullen auch all fleischhakcher auf dem rintfleisch, kelbrein, kastrawnein
und sweinnein alle wochen den zwain herren treulich zusagen, wie vil yeder viechs hab,
daz im dann in sunder zu slahen gepùrt, auch zasambt der zwair herren ervorschen des
kauffs alles viechs, was solh viech gestet, daraus sich denn die zwen herren mit dem satzs
des kauffs dester paser und aufrichticlicher wissen zu halden, und solh zu sagen sol ge-
schehen treulich und an all arglist. Welher fleischhakcher aber also nicht gleich zusagt,
es wèr ain hieiger oder ain gast, auf welher hanttirung des viechs, als vorberurt ist, das
geschehe, der geb der stat zu gemainem nutz als offt er das uberfert vir phunt phennig,
oder er fleischwerch nicht weder er selbs noch die sein(en) noch nyemandt anderer von
seinenwegen inainemgantzenmoneid.Wurdeer abermitfleischwerchhie inder stat zu
treibendarùberbegriffen,dergebder stat zehenphuntoderfleischwerchnichtaingantze
quatember.
[8.] Item es sullen auch die zwen herren den fleischhakchern und gesten benennen
ain gelegne stat, da sy dann beieinander sein werden, ob sew ichts an sy bringen werden,
daz sy sewdannbeieinandervinden,damitainernichtwaigeraufdenandernunddazdie
fleischhakcher in irnnotdurfften fùrderlichgehòrtund inaufrichtigenngetanwerde.
[9.] Itemes sullenauchdie zwenherren setzenallenkaufdesmels, seindsydochsold
von der stat haben, und dem auch treulich nachgeen nach ordnung und gelegenhait der
zeit und auch des traidkauffs durch gemains nutz willen armer und reicher in der stat.
Undobsichainuberige tewrungbègeb indemtraid,daz sy sichdanntrewlicherkunden,
von was ursach das sey und wie das nach irm anbringen an den burgermaister und rat
gewendtundunderkòmenoder aber ain satzungdarinngemachtwerd.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen