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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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440 VI.2.Edition 288. Der Bürgermeister, der Richter und der Rat der Stadt Wien legen eine Ordnung, den Getrei- dekaufund -verkauf betreffend, fest. [1461November28]1. HWOBfol.156r. Esa gepewt mein herre der burgermaister, richter und rat der stat hie zu Wienn aller- mèniclich, in was wesen oder stannd sy sein, von des getraidkaufs wegen, wie der hie zu Wienn am Newn Markt2 an eritag und sambstag, den wochenmerkten, hinfur gehalten solwerden. [1.] Von erst sol es gehalten werden also: wann man den fan aufstekh, das denn ain yederverkaufferbeyseinemwagenseinsolunddanndieburgerder stathievonerstkauf- fen und kain gasst, doch also das kain futrèr noch gastgeb an ain(em) marktag nicht mer kauffen sol dann ain mutt, und es sol auch der fan vor der zwelfften stund nicht abge- nomenwerdenunddarnach, somanden fanabgenomenhat, somagmèniclichkauffen. Undwerdasuberfertt, der solnach rats ratb swerlichdarumbgepessertwerden. [2.] Item es sol auch kainem gasst an ain(em) marckhtag nicht mer abgemessen wer- dendannwaserkaufft vonainemwagenaufdenandern,vondemmarkhtausder stat zu fu˚ren, alsodaskaingasst kaingetraidhie einschuten sol, dochdasdenarmenunderdem gepìrg3 zuaintzigendennochabgemessenwerdeainmetzen, zwen,dreyodervier, yedem nach sein(em) statten. Und wer wider die ordnung thuet, den wil man swèrlich darumb straffen. [3.] Item es sol auch ain yeder, der zu dem markt traid fùrtt, her gen Wienn nach einigung des markts an eritag oder sambstag mit dem traid faren und stellen an offenn markt zu den andern wegen, dadurch man ain wissen haben mùge, wie viel getraids an ain(en) yedem markhtag auf den markht pracht werde. Und wer dawider thùt, den wirt man swèrlichdarumbstraffen. [4.] Item es sol auch ain yeder an den obgenan(ten) marktègen, am eritag und am sambstag, seine swein also halten und bewaren, damit sy nyemands weder bey tag noch bey nacht auf dem markht an iren wegen und traid kainen schaden nicht thun. Wùrd aber yemands swein darùber an solhem schaden icht begriffen, zu dem ersten mal sol mandemselbensweinbaideorenabsneiden;wùrdeesaber zudemandernmalansolhem schadenbegriffen, so solmandas analle gnad indas spital4 geben,denarmendùrfftigen zumerung irer speis. 288 aÜberdemgesamtenEintragmittigvonspätererHand:Vontraidkhauff.SiehedazuobenS.67. b -sradiert. 288 1 Im Copeybuch der Stadt Wien (FRA II/7 283f.) findet sich die Ordnung in nahezu identischem Wortlaut unter diesem Datum, allerdings zusammen mit dem Ratsbeschluss über die Abschaffung der Wein- meister (siehe oben Nr.286); beide Ordnungen dürften zum selben Zeitpunkt öffentlich ausgerufen worden sein,wie gewisseFormulierungennahelegen. 2 ZumNeuenMarkt sieheobenNr.157Anm.2. 3 Gemeint ist hier das Gebiet (Viertel) unter dem Wienerwald, heute NÖ, vgl. O   , Eisenbuch 34, 156. 4 ZumWienerBürgerspital sieheobenNr.37Anm.2.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Title
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Subtitle
(1364–1555)
Author
Markus Gneiß
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Size
17.3 x 24.5 cm
Pages
674
Keywords
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
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