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Nr.292 445
arbaitaufgestandenseyetc.,darauf istunnserantwùrt,daswirvonseinnochseinsgesinds
kain sambung gehabt haben, sunder von unsern und unnsers hantwerchs merkchlichen
notdurfft [158v] wegen sein wir zueinander gegangen und seina auch daselbs nicht ains
worden, inseinshantwerchszuirren,darumbsotu˚terunsmit solherseinerzichtungu˚tli-
chen.Wolhabenwirmit imvonburgermaistergepotsundgeschefftswegengeredt,er sull
mit uns umbgeen in der process, als von alter herkomen und unsers hantwerchs gerech-
tikait ist. Dartzu hat er uns geantwùrt: es hab weder burgermaister noch richter uber in
nichtzepieten,erhabain(en)andernherren.Daengegenhabenwirb zu imgesprochenin
gegenburtikait ettlicherunserdiener: seindermitunsdeshantwerchsgeniessen, so sull er
mituns leyden, soeraberdesnicht tùnundinnichtealsunserainergehorsamseinwelle,
so sull er sich seins munsswerchs halten und betragen, wann das von alter auf unserm
noch andern hantwerchen nicht herkomen noch recht sey, das ainer zwayrlay hantwerch
treibenunddemainennicht gehorsamsein sull.
Da rekcht er ainen vinger auf, als ettwenn der Holtzer1 tet, und sprach: wer mit im
seinwolt, der solt auchaufrekchen.Aber es rekchtdhainermit imnicht auf. Ist imdaru-
ber sein diener aufgestanden, mainen wir, das er daz nach herkomen der sachen, wiewol
wir das mit im nicht geschafft haben, pillichen getan hab und der Ryener des zu scha-
den komen, das mess im selbs und nicht uns, wann uns ye nicht leydlichen ist, das er
zwayrlayhanndtwercharbaitten,nebenunserainemnichtgehorsamseinundvorunserm
burgermaister, richter und rat richt nicht nemen und geben, sunder des ausgetzogen sein
wolde.
Davon bitten wir mit aller diemu˚tikait, ewr gnad welle denselben Ryener underwei-
sen und ernstlichen mit im schaffen, das er seins munswerchs abtret und sich unsers
hantwerchs halt, ob im das fùg, oder aber des sloswerchs abtret und des munsswerchs
halde, als pillichen recht und von alter herkomen ist, das wellen wir mit aller gehorsam
umb ewr gnad alltzeit gern verdienn. Dewcht in aber das unpillichen sein, des entschaid
uns ewrgnadmit recht, angesehendasmanvorkainen,dermitdemhamerhat arbaitten
kunnen, zudermunss aufgenomenhat.
c) Der Bürgermeister und der Rat [der Stadt Wien] entscheiden den Streit zwischen Erhard
RienerunddenSchlossern.
1463September6.
HWOBfol.158v.
Druck:Uhlirz,Urkunden2Nr.15.356.–Teildruck:Feil,Beiträge287.
Auf Erharten Ryener und der slosser fùrbringen habent mein herren der burgermaister
und der rat erkannt und mit den slossern geschafft, das si den benanten Erharten das
slosserwerch hantwerch zusambt dem munsswerch arbaitten und in daran ungeirt lassen
sullen,dochalso,dazermitdenslossern in irer zech leydund ingehorsamsey, als annder
irwerchgenossentu˚nt.Undwasdiemunssantrifft,womaninspruchnichtvertragenwil,
292 a-e radiert. b Danach gestrichen: g-.
292 1 Gemeint istWolfgangHolzer,der1462/63Bürgermeister vonWienwarundeinewichtigeRolle in
den politischen Unruhen dieser Zeit einnahm, vgl. dazu oben S.34f., und allgemein P
, Ratsbürger 214
Nr.290.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen