Page - 454 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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454 VI.2.Edition
[24.] Und sol auch dhainer ander hortstett haben, denn do der wirt ze essen macht,
oder er sey wanndels beliben als offt er es tùt zwelif phennig, und sol auch dhainer fur
sein tùrnichtunflàtigedinggiessen,dazden lewtenwidertzèmigll sey.Tùeter esdarùber,
als offt erdesuberfert, so sy zwelif phennigbelibenzewanndl.
[25.] Undmm wellent, wer ambtman sey, daz der alltzeit haben sol ain pleten und ain
zullen, wenn warumb daz er wortund sol sein, wèr ir bedùrfft. Und wann gu˚t gùss sind,
so sol er varnvonhaws zehaws.Undwerdarùber varnwelle, den sol eruberfurenmm.
[26.] Und wellent auch, daz kainer dhain zullen haltennn sol umb lon. Wer sey
darùber hielt, so sol sy dem burgermaister vervallen sein und dartzu zwenundsibentzig
phennig. Aber was sy selbs zullen bedorffen, die sullen sy kauffen und sol sy nyemand
daran irren. Wèr aber, daz sy yemand daran irren wolt, so sol in der burgermaister und
der ratdes rechtensgeholffen seinunddaz sypey iren rechtenbeleiben.
[27.] Und sol ir dhainer nicht viech behalten umb lon. Wèr es darùber tètt, es sey
dann, das esoo khorpp zu der stat, der sol esqq behalten. Aber von anderm viech sey er
wanndelsbelibenzwelif phennig.
[28.] Undrr wèr,dazdenhausgnossender ambtmannichtgeviell, somùgensy inwol
verkerenmitwillendesburgermaistersrr.
[29.] Undss sullen auch altzeit vier haben, die sullen versprechen demtt herren bey
iren trewen, daz sy dem armen als dem reichen beschawen, waz in not sey. Wèr aber, daz
manainenwidertrib,der seywanndelsbelibendenvierenyedemmannfùnfphuntphen-
nig und dem burgermaister zehen phunt phennig. Wèr aber, daz mann deruu vier ainem
beschawet,wasderhausgnossenainer vervallenwèr,daz seydiser ainer auchvervallen.
[165r] [30.] Es istvv vonalterherkomen,dazmandhaingenss, sawnochgayss indem
Werd nicht ziechen noch halten sol, wann es ain ergerùng und ain grossen schaden tuèt
undmacht allenthalbenanderwaid;undwerdiedarùberhat,demsolderburgermaister
dienemen.
298.
Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Wien vereinen die Tuchbereiter und (Woll-)Weber
zu einerZecheundgrenzenderenArbeitsbereiche voneinander ab.
1467April 30.
HWOBfol.165r–v.
Teildruck:Uhlirz,Gewerbe671.
Der tùchpraiterundwolbeberordnunga
Anno Domini etc. sexagesimo septimo an phintztag vor sannd Philippen und sannd
Jacobs tag habennd mein herren burgermaister und rat der stat zu Wienn die maister
tuchpraiterundwolwebervon irer zwitrechtwegen irshanndtwerchsauf ir vleissigsgebe-
ll BUW: widerzàm, durch spätere Hand zàm gestrichen und links neben der Zeile ergänzt: zu. mm–mm BUW
daneben eine Klammer und eine 0, Artikel wohl getilgt. nn BUW: kalten. oo Nach BUW; HWOB: er.
pp BUW: gehòrt. qq Nach BUW; HWOB: er. rr–rr BUW daneben eine Klammer und eine 0, Artikel wohl
getilgt. ss BUW über der Zeile von späterer Hand: sy. tt BUW durch spätere Hand links neben der Zeile er-
gänztundmitVerweiszeicheneingefügt:denenherrnburger(maister)undrat. uu NachBUW;fehlt inHWOB.
vv BUWfolgt von spätererHandüberderZeile: auch.
298 aÜberschrift rubriziert.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen