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Nr.310–311 473
Wir Maximilian, von Gots gnadn Ròmischer kùnig, zu allen zeiten merer des reichs,
zu Hungern, Dalmatien, Croatien etc. kùnig, ertzhertzog zu Òsterreich, hertzog zu Bur-
gundi, zuBrabant, zuGheldernetc., gravezuFlanndern, zuTirol etc.,bekennenundtùn
kundoffentlichmitb dembriefb, das fùrunnskòmensindunnsergetrewen ..diemaister
der [!] schuesterhanndtbèrchs hie zu Wienn und baten unns diemùtigclich, das wir in
die nachgeschriben artigcel, die sy mit gùter gewònhait herbracht und in weilend unnser
lieber herr und vater her Friderich, Ròmischer kaiser, loblicher gedèchtnùss zu ainem ge-
satztn rechtn zuegeben hiet1, von newem zu bestètten und zu confirmiern gènedigclich
gerùechtn,nèmblich:
[1.] das nù hinfùr zu kainen zeitn dhein schuester weder aus stetn, merkhtn noch
dorffern sich her in unnser stat Wienn ziehen, setzen und niderlassen sol zu ùbung ires
hanndtwerch.
[2.] Item daz sich auch kainer selber zu maister setze dann vor daz hanndtwerch vor
denviermaistern,diedarubergesetztundgeordnt sind, [beweise]undbringkhuntschaft
undweisung, als der stat recht ist, daz er elichgeborenund ledig sey.
[3.] Item welher knecht ains maister tochter, mùemen oder freundtin in seinem brot
mit glùbten haimlich ùberkòme und uberred on desselbn maister willen und wissen, der
sol von derselbn hanndlung wegen auf irem hanndwerch bey kainem maister nicht auf-
genomennochgefùrdertwerden indhainweise.
[4.] Auch sol mon nynndert schuech hie vail haben dann auf dem Schùchhaus2 und
yedermaister in seinerwerchstat, als vonallterherkomen ist.
Wann wir nù den, die unns erblich zùgehòrn, fùr annder gnad beweisen sulln, ha-
ben wir angesehen der benanten maister vleissig bete und haben in zu furdrung und
aufnemen ires hanndtwerchs und von sonndern gnadn als erberlicher regierennder herr
und lanndesfùrst in Òsterreich die obgeschriben artigcl bestàt und confirmiert, bestàtten
und confirmiern auch wissentlich mit dem brief also, daz sy ir erben und nachkòmen
schuester hie die nu fùrbaser nùtzen, niessen und gebrauchen sollen und mùgn, von
allermènigclich ungehindert on geverde. Davon gebieten wir den ersamen, weisen, unn-
sern besonnder lieben und getrewn .. dem burgermaister, richter, rat und den burgern
gemainclichhie zuWiennundallenanndernunnsernhaubtlewtenundunderthanenge-
genbùrtigen und kùnftigen ernstlich und wellen, das sy die vorgenannten maister der [!]
schùsterhanndtwerchs, ir erbnundnachkòmenbeydenvorgeschribenrechtn involligem
gebrauch gènntzlich beleiben lassen und in daran dhainerlay irrung, ingriff [178v] noch
hindernùss tùn noch des yemands annderm zu tùnd gestatten bey vermeidung unnser
ungnad, doch unns, unnsern erbn und nachkòmen, unnser fùrstlich oberkait solhenc zu
meren, zu ànndern oder nach gestalt der lewff und zeit zu wanndln hierinn vorbehall-
ten. Mit urkund des briefs, geben zu Wienn an eritag nach der heiligen Dreykunigtag
b–b Außerhalbdes Schriftspiegels von gleicherHand. c HWOBirrig: sollen.
311 1 Regest:QGWI/2Nr.1282.
2 ZumSchuhhaus sieheobenNr.83Anm.3.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen