Page - 480 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Image of the Page - 480 -
Text of the Page - 480 -
480 VI.2.Edition
soll der maister erforschen und wissen, das der junger eelich geborn sey. Und wann ain
junger die angezaigtn drew jar außlernnt, alsdan sol er der bruederschafft zu knappen-
recht erlegen ain halb phundt phenning, zwo kandl wein und vier semeln, wie von allter
herkhomen ist.
[17.] Item wan aber ain maister sein sun vorm hanndwerch freysagtt, so soll derselb
sein sunnurhalbs gellt fur seinknappenrecht erlegen.
[18.] Item wann ainer das knappenrecht erlegt oder am achtettn Gotsleichnambs-
tag und wann das hanndwerch beyeinannder ist und das ainer in versamblung des
hanndwerchs ain aufrur machett oder unwillen anhueb, derselb ist zu straff verfalln, das
erdiegantzuertn, sovildashanndwerchdesselbenmalsvertrunckhenhat, allainbetzalen
sollmitbegnadung.
[19.] Item wan sich ain gesell bey der uerten ungeburlich hellt, also das er den wein
widergeb,derselb ist derbruederschafft verfalln ainphundtwachs.
[20.] Item das kain zechbrueder ainer mit den anndern uber ain Wienner phenning
nit spyln soll.Welche [184r] darwider thuen, soll jederumbainvierdungwachsgestrafft
werden.
[21.] Item die zechlewt sollnb an Gotsleichnambstag ain halb phundt phenning zum
fruestuckh und sibenntzigkh phenning fur krentz und krewtter in nottorfft der kertzn,
so ain jeder in der procession tregt, auß der lad geben und darstreckhen, wie von allter
herkhomen ist.
[22.] Itemalsofftderbruederschafftumbsager imjarumbsagt, es seyzuweweswoll,
sollman imallweg furdenganngundmuezwenkrewtzer zu longeben.
[23.] Item das kain maister noch gesell diss hanndwerchs hie zu Wienn auf der un-
ee sitzn soll. Wo aber ainer daruber betrettn wurd, der soll weitter auf dem hanndwerch
kainswegsgefurdertwerden.
[24.] Item das furanhin zu ewigen zeittn all tuechmacher und kotznmacher, maister
und gesellen, ain ainige bruederschafft alhie zu Wienn sein und miteinannder hebm und
legen sollen.
[25.] Itemwelchermaisterainaufgerichtewerchstatundainengesellnzufurdernhat,
der soll kainemanndernmaister arbaitenanstat aines geselln.
[26.] Item kain maister soll nicht mer woll khawffen dan so vil er zu sein werchstat
bedarf.
[27.] Item das die maister am achtetten Gotsleichnambstag die zwen elltisstn geselln
erwellenundherwiderumbdiegesellnall anbestumbten tag zwenmaister zwzechlewten
erwellen.
[28.] Item wann ain gesell krannckhait halben verellendt wurde und nicht under-
halltnochaußwarttunghette, demsollmanaußder ladain zimblichgeltmitwillenund
wissennmaisterundgesellendarstreckhen.
Und soll benannttem rate bevorsteen, dise ordnung zu meren, ze myndern, zu ver-
ànndern, zu verkheren oder gar zu vernichten, wan und als offt sy gelusst on menigclichs
irrungundwidersprechen, alles trewlichundongefer.
b -ll-korr.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen