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Nr.317–318 485
[17.] Und in allen vorgeschriben stukhen und articln sein der stat [187r] und dem
statgericht all peen, vèll undwànndl genntzlichausgenomenundhindangesatzt.
Auch so hat im der rat gantzenund vollengwalt vorbehalten, die egemelten ordnung
und bruederschaft zu verkern, ze mynnern, ze mèrn oder genntzlich wider abzuschaffen,
wieundwann indes verlusst analle irrung.
318.
Bürgermeister Paul Keck und der Rat der Stadt Wien entscheiden einen Streit zwischen den
KrämernundLeinwaternundgrenzenderenArbeitsbereiche voneinander ab.
1497Mai11.
HWOBfol.187r–188v.
Literatur:Uhlirz,Gewerbe733;Perger,HoherMarkt53.
Derkramerund leinbater entschaid
AnnoDomini etc.nonagesimoseptimokamenfùrdie fùrsichtigen, ersamen,weisenher-
ren Pauln Kèkhen, zu den czeiten burgermaister, unnd den rate gemain der stat Wienn
die erbern .. die kramer gemainclich daselbs unnd gaben zu erkennen, als zwischen ir
ains unnd der erbern .. der leinbater daselbs annders tails von derselben leinbater unge-
wòndlichenvailhabenundverkauffenswegenWelhischerundgevèrbter leinbatdurchdie
benannten herren und ir vorvordern ain ordnung und satzung gemacht und zu gedècht-
nuss indasstatpùchgeschriben,dasdie leinbaternichtsanndersdannrabeleinbat,eswere
hèrbein, zwilich oder ruphen, stukh- oder ellnweis kauffen unnd widerumb verkauffen
mòchten, innehalt ainsbewèrtenauszugs,den sydarumbbegeretenzuhòrn,das aberdie
gemelten leinbaterallesverachtetenundwider sòlhderherrenordnungundsatzungteten
insolhergestalt,das syallerlaygeverbte leinbat, auchWelhischeundplaichte leinbat,par-
chant,Swebischen1 zwilich, ziechwerchunndallerlaygevèrbtenzwirnverkauffetenunnd
vail hieten,das inverpotenunndwider altesherkòmenund fùrstlich freybrief, die syvon
irem gnedigen herren hèrtzog Albrechten2, ertzhèrtzogen zu Òsterreich etc. lòblicher ge-
dechtnùss, hieten, wère, des sy an irem hanndl zu verderblichem schaden und ganntz in
abnemen kèmen, baten darauf die obgenannten herren mit diemutigem vleiss, mit den
berùrten leinbatern zu schaffen unnd bey in darob zu sein, das sy hinfùr kain Welhi-
sche [187v] noch plaichte leinbat, parchant, Swèbischen zwilich, ziechwerch, geverbten
zwirnnochannders,das innicht zùgehòret, eswèrgevèrbtoderungevèrbt,beyderpeen,
die darumb aufgesètzt wèr, nicht mer verkauffen noch vail haben solten und getraweten,
die herren wùrden sy bey alten herkòmen, freyhaiten, gerechtigkaiten, auch irer ordnung
unnd satzung hanndthaben unnd in dhainen wège davon nit dringen lassen, das wolten
syumbdieherrenunndertenigclichverdienen.
Daentgègen kamen die benannten leinbater auch fùr die obgenannten herren .. bur-
germaister und rate unnd was auf der kramer clag ir anntwort unnd gaben zu erkennen,
wiewolsyvonkayserlichermajestat lòblichergedechtnùssauchdarnachunndzumjungs-
ten von Ròmischer kùnigclicher majestat, unnsern allergnedigisten herren3, innhalt irer
318 1 Schwaben,Deutschland.
2 Siehe zudieserUrkundevom23. Juni1432obenNr.294Anm.1.
3 Zur Urkunde Friedrichs III. von 1479 siehe oben Nr.294 Anm.1. Weiters muss eine Bestätigung
KönigMaximilians gemeint sein; vordemDatumdervorliegendenOrdnung ist jedochkeine auffindbar.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Title
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Subtitle
- (1364–1555)
- Author
- Markus Gneiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Size
- 17.3 x 24.5 cm
- Pages
- 674
- Keywords
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen